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die Wiedergeburt. Fleisch ist aber, was wir von Natursind. Jeden Zweifel, den wir sonst noch hierbei haben könn-ten, benimmt uns Paulus ch, der den alten Menschen alsdurch Lüste des Irrthums verderbt darstellt, und ermähnt:„erneuert euch im Geist eures Gemüths." Offen-bar bezeichnet hier der Apostel die verführerischen und bösenBegierden nicht blos als der sinnlichen Natur des Men-schen, sondern auch als seinem Geiste ungehörig: weßhalber auf dessen Erneuerung dringt. Dasselbe Bild entwirfter von der menschlichen Natur kurz vorher, wo er uns alsgänzlich verderbt und unrein beschreibt. Denn wenn er vonallen Heiden sagt^): „sie wandeln in der Eitelkeitihres Sinnes, ihr Verstand ist verfinstert, undsie sind entfremdet von dem Leben, das ausGott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnenist, und durch die Blindheit ihres Herzens," —so ist das offenbar auf alle zu beziehen, welche der Herrnoch nicht zu seiner Weisheit und Gerechtigkeit umgewan-delt hat; wie auch aus der beigefügten Ermahnung an dieGläubigen erhellet: „ihr habt Christum nicht alsogelernt." Denn in diesen Worten erscheint die GnadeChristi als das einzige Mittel zur Befreiung von jenerBlindheit und dem daraus hervorgehenden Bösen. Eben solautet auch schon über das Reich Christi die Weissagung beiJcsaias^): „der Herr werde für seine Kirche ein ewigerLichtglanz seyn, während Finsterniß das Erdreich und Dun-kel die Völker bedecken würde." Wenn aber, diesem Zeug-niß gemäß, das Licht Gottes blos über der Kirche aufgeht,so verbleibt außerhalb der Kirche nur Finsterniß und Blind-heit. Ich will nicht einzeln aufzählen, was hier und da inder Schrift, vornämlich in den Psalmen und Propheten,von des Menschen Nichtigkeit gesagt wird; aber inhalts-schwer ist David's Wort ch: „auf die Wagschaale gelegt mitder Nichtigkeit, wage er noch weniger, als NichtS." Ein
1)Eph.4, 22.23. 2) Eph. 4,17. l8. 20. 3) L. 60,1.2. 4) Ps. 62, IS.