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Kapitel III.
Aus der verderbten Natur des Menschen geht nur Sündlichcs undVerwerfliches hervor.
t. Jedoch besser kann der Mensch nach seinen beidenScelcnkraftcn, Vernunft und Wille, nicht erkannt werden,als aus der Beschreibung, welche die Schrift uns von ihmgiebt. Wenn nun Christus denselben nach seinem ganzenWesen mit den Worten bezeichnet „was vom Flei-sche geboren wird, das ist Fleisch," so muß er of-fenbar ein sehr elendes Geschöpf seyn. Denn „fleischlichgesinnt seyn, ist nach dem Zeugnisse des Apostels-) der Tod,weil es eine Feindschaft wider Gott, und deßhalb dem Ge-setz Gottes nicht Unterthan ist, und vermag es auch nicht."So verderbt also ist das Fleisch, daß es gegen Gott inFeindschaft tritt, mit der Gerechtigkeit des göttlichen Gese-tzes im Widersprüche steht, und endlich nichts weiter, alsden Tod zu erzeugen vermag! Angenommen nun, daß desMenschen Natur nur fleischlich ist, so bringe man doch ansihr etwas Gutes hervor. „Aber das Wort Fleisch bezichtsich hier nur auf des Menschen sinnliches, nicht auf seingeistiges Wesen." Dies widerlegen sattsam Christi und desÄpostels Worte. Der Herr will den Beweis führen, daßder' Mensch wiedergeboren werden müsse, weil er Fleisch ist;er spricht aber nicht von einer Wiedergeburt seines Kör-pers, sondern seines Geistes, die wahrlich nicht statt findet,wenn er nur in irgend einem Theile gebessert, sondern wenner ganz erneuert wird. Dieses bekräftigt er dadurch, daßer Fleisch und Geist einander gerade entgegen setzt. Wasalso in dem Menschen nicht geistig ist, muß nothwendigfleischlich seyn; aber dieses Geistige erhalten wir nur durch
t) Z°h. 3, 6. 2) Röm. 8, k. 7-