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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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was wollen wir dem Apostel antworten, der uns alle Tüch-tigkeit abspricht, etwas zu denken als von uns selber? Oderwas dem Herrn, der durch Moses verkündigen läßt, allesDichten des menschlichen Herzens sey nur böse? Es ist alsodie Behauptung derer gar nicht weiter zu berücksichtigen,die sich auf eine falscherklarte Bibclstelle beziehen. Vielmehrgilt das Wort Christi'):wer Sünde thut, ist derSünde Knecht." Sünder sind wir von Natur allzumal,und liegen deßhalb unter dem Joch der Sünde. Ist aberder Mensch gänzlich in der Gewalt der Sünde, so mußnothwendig auch der Wille, als der Hauptsitz der Sünde,in den engsten Fesseln liegen. Denn gienge der Wille derGnade des Geistes voraus, so könnte der Ausspruch desApostels"): Gott sey es, der in uns wirket das Wollen,nicht bestehen. Als falsch müssen wir daher die Meinungderer verwerfen, welche dem Menschen noch so viel Kraftzuschreiben, daß er sich zu dieser Gnade bereiten und an-schicken könne: denn wenn zuweilen auch Gläubige zum Ge-horsam gegen Gottes Gesetz sich ein geneigtes Herz erbitten,wie es David oftmals that^), so ist schon dieser Drang zumGebete eine Wirkung Gottes. David's eigene Worte bewei-sen dies. Denn da er betet:schaffe in mir Gott, ein rei-nes Herz," so betrachtet er sich gewiß nicht als den Anfän-ger dieser Umwandlung. Darum halten wir uus lieber anAugustinus Ausspruch H:Gott wird dir in Allem zuvor-kommen, komme auch du denn seinem Zorne zuvor. AufweicheWeise? Bekenne, daß du dieses alles von Gott habest; wasgut an dir ist, habest du von ihm; von dir, was böse ist."Und kurz darauf:Unser ist nichts, als nur die Sünde."

1) Joh. 8, 34. 2) Phil. 2, 13. 3) Ps- 119. 4) 10. IN vci'b,

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