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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nes himmlischen Reichs einzudringen? Solche unsinnige Vcr-messenhcit sey ferne von uns!

21. Was er hier nun den Menschen entzieht, das legter anderswo') Gott allein bei.Gott und der Vaterder Herrlichkeitspricht ergebe euch den Geistder Weisheit und der Offenbarung." Hieraus ler-nen wir also, daß Weisheit und Offenbarung allein GottesGabe ist. Er sagt ferner:und erleuchtete Augeneures Verständnisses." Bedürfen wir aber einer neuenErleuchtung, so sind wir von Natur blind. Endlich:daßihr erkennen möget, welche da sey die Hoffnungeures Berufs :c." Er bekennet also, daß zu solcherErkenntniß ihres Berufes die Menschen nicht fähig sind.Entgcgne hier kein Pelagiancr, daß Gott nur der Schwach-heit oder Unwissenheit des Menschen zu Hülfe komme, in-dem er durch den Unterricht seines Wortes seinen Verstanddahin führe, wohin er ohne Führer nicht hätte gelangenkönnen. Aber David hatte das Gesetz, das alle wünschcns-wcrthe Weisheit enthielt, und doch begnügte er sich damitnicht, sondern flehet zu Gott"):Oeffnc mir die Au-gen, daß ich sehe die Wunder in deinem Gesetz."Hiermit giebt er aber zu verstehen, daß unsere Erde ei-nen rechten Sonncnglanz empfange, wenn Gottes Wort denMenschen leuchtet; daß denselben aber von diesem Segennur wenig zu Theil werde, bis der selbst ihnen Augen gege-ben oder sie geöffnet hat, der deßhalb der Vater des Lichtsgenannt wird, weil allcnhalben Finsterniß waltet, wohiner die Strahlen seines Geistes nicht sendet. So hatten dieApostel auch von ihrem großen Meister reichlich und imUeberflnß Unterricht empfangen; wäre ihnen aber der Geistder Wahrheit nicht nothwendig gewesen zur weiter« Beleh-rung über alles das, was sie bereits gehört hatten: sowürde wahrlich an sie kein Befehl ergangen seyn, auf dieVerheißung des heil. Geistes zu warten. Ist nun jedes

1) Ephcs. 1, 17. 18. 2) Ps. 119, 18.