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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
273
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Wiederherstellung verkündigt, und also lautet^):sie wer-den vom Herrn gelehrt werden und versammeltzum Frieden." Wenn hier Gott aber etwas Außeror-dentliches seinen Erwählten verkündigt, so kann er nichtvon solcher Erkenntniß reden, in deren Besitze auch Gott-lose und Ungläubige sind. Wir müssen also erkennen, daßnur demjenigen der Eingang in das Reich Gottes offenstehe, der vom heil. Geiste erneuert und erleuchtet ist. Amdeutlichsten unter allen spricht Paulus, der sich absichtlichauf diese Untersuchung einläßt, und nachdem er die ganzemenschliche Weisheit verworfen, und für eitel Thorheit undBlendwerk erklärt hat, also schließt"):der natürlicheMensch vernimmt nichts v om G eiste Gottes; esist ihm eine Thorheit, und kann es nicht erken-nen, denn es muß geistlich beurtheilt werden."Unter dem natürlichen Menschen versteht der Apostel abereinen solchen, der sich auf das von Natur in ihm wohnen-de Licht verläßt; und dieser begreift nichts von den geistli-chen Geheimnissen Gottes. Etwa, weil er sich aus Träg-heit nicht darum bekümmert? Nein; auch wenn er darnachstrebt, vermag er es doch nicht: denn es muß im Lichte desGeistes ergründet werden. Was heißt das? Weil es dermenschlichen Einsicht verborgen ist, kann es allein durch dieOffenbarung des Geistes kund werden, so daß es also fürThorheit von denen gehalten wird, die der Geist Gottesnicht erleuchtet. Kurz zuvor hatte er über den Begriff derAugen, Ohren und Herzen erhoben, was Gott denen be-reitet hat, die ihn lieben P; ja er hatte bezeugt, die mensch-liche Weisheit sey wie ein Vorhang, wodurch die Seele ver-hindert werde, Gott zu sehen. Was thun wir? Der Apo-stel spricht^: Gott habe die Weisheit dieser Welt zur Thor-heit gemacht; und wir wollen dem Menschen das Vermögenbeilegen, in das Wesen Gottes nnd in das Hciligthum sei-

1) J-sa. 5, 4. 13. Joh. 6, 4S. 2) l Cor. 2, 14. 3) 1 Cor. 2, 9.4) 1 Cor. 1, 20.

Calvins Inst. 1r. Bd. 18