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durch seinen Geist nicht die Kenntniß wirkt. Sogar Moses,der das Volk tadelt, weil es den Bund des Herrn so leichtvergesse, erklärt dabei, daß es in die Geheimnisse Gottesohne seinen Beistand nicht eindringen könne. „Deine Au-gen — sagt crch — haben die großen Zeichen undWunder gesehen, und der Herr hat euch bis aufdiesen heutigen Tag noch nicht gegeben cinHerz,das verständig wäre, Augen, die da sehen, undOhren, die da hören." Kann er sich stärker ausdrü-cken, als wenn er uns völligen Stumpfsinn bei Betrachtungder Werke Gottes zuschreibt? Deßhalb verspricht der Herrdurch den Propheten als ein besonderes Gnadenzcichcn denJsraelitcnP: er wolle ihnen ein Herz geben, daß sie ihnerkennen sollten; um, meines Bedünkens, anzudeuten, daßder Mensch um desto mehr Erkenntniß in geistlichen Sachenempfange, je mehr er von ihm erleuchtet werde. Das be-stätigt auch Christus2): Niemand kann zu mir kom-men, es sey ihm denn von meinem Vater gege-ben." Wie, ist er selbst nicht des Vaters lebendiges Eben-bild, in welchem des Vaters gcsammte Herrlichkeit unssichtbar wird? Nicht besser also konnte er unser Unvermö-gen zur Erkenntniß Gottes kund thun, als wenn er unszum Erkennen seines Ebenbildes, es stelle sich auch noch sooffenbar dar, die Augen abspricht. Aber stieg er nicht deß-halb zur Erde hernieder, um den Menschen den Willen desVaters zu verkündigen? Hat er nicht auch das Werk sei-ner Sendung treu vollbracht? Allerdings; aber seine Pre-digt wirkt nicht, wenn nicht der innere Lehrer, der Geist,ihr den Weg zu den menschlichen Herzen bahnt. Da-rum kommen nur die zu ihm, die vom Vater es hören undlernen. Und dies geschieht, wenn der Geist den Ohren zumHören und dem Verstände zum Erkennen eine besondereKraft verleiht. Damit uns dies nicht befremde, beruft ersich auf die Weissagung des Jesaias, welche der Kirche
1) S Mos. 29, 3. 4. 2) Jer. 24, 7. 3) Joh. 6, 44. 65.