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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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263
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da eben die Ermangelung derselben bei den Thieren ein Be-weis ihrer Dummheit und Unvernunft ist. Aber wie starkauch dieser Wahrhcitstrieb seyn mag, er verläßt den Men-schen, bevor dieser seine Laufbahn beginnt, indem er baldin Irrwahn verfällt. Denn da die menschliche Vernunft,ihrer Beschränktheit wegen, die rechte Bahn bei Erforschungder Wahrheit nicht verfolgen kann, sondern in mancherleiJrrgänge sich verliert, und im Finstern nmhertappend, oft-mals strauchelt , bis sie, vom Umherschweifen ermüdet, nie-dersinkt : so erweiset sie eben durch ihr Suchen nach Wahr-heit, wie wenig sie geschickt sey, die Wahrheit zu suchenund zu fänden. Aber auch darin beweiset sich die Schwächeunserer Vernunft, daß sie die Gegenstände nicht gehörig zuunterscheiden weiß, die unsere Forschung am meisten ver-dienen. Deßhalb quält sie sich oft auf die lächerlichste Weisemit Untersuchungen über nutzlose und nichtige Dinge; umdas aber, was uns am nöthigsten zu wissen ist, bekümmerstsie sich entweder gar nicht, oder nur mit Gleichgültigkeitund selten, niemals ernstlich. Ueber diese Verkehrtheit kla-gen wiederholt selbst die Pxofanscribcntcn, und fast, allezeigen sich als von ihr befangen. Auch der Prediger Sa-lomo, der alle Arten von Kenntnissen aufsucht, worin dieMenschen große Weisheit, zu haben vermeinen , bekennt, sieseyen alle ganz eitel und nichtig.

13. Doch sind die Bemühungen der Vernunft'nicht am-mer so vergeblich, daß sie nicht auch Einiges erkennen sollte,besonders wenn sie sich mehr auf das Niedrige beschränkt.Ja, sie ist nicht so gar. stumpf, um nicht auch , selbst beieinem flüchtigen Nachdenken, etwas, von höher» Dingen be-greifen zu können; doch das nicht mit gleichem Vermögen.Denn wenn, sie über die Bahn des gegenwärtigen Lebens,sich erhebt, wird sie vornämlich erst von ihrer Schwächeüberführt. Um nun desto besser zu wissen, wie weit sienach ihrem Vermögen in jeglicher Richtung sich wagen dürfe,wollen wir die Gegenstände des menschlichen Wissens voneinander trennen, und. eine Erkcunstniss. irdischer und huum,