flucht ist der Mann, der sich auf Menschen ver-läßt, und Fleisch für seinen Arm halt." Desglei-chen ^): „Der Herr hat nicht Lust an der Stärkedes Rosses, noch Gefallen an jemandes Bei-nen: er hat aberGefallen an denen, die ihn fürch-ten und auf seine Güte hoffen." Desgleichen^):„Er giebt dem Müden Kraft und Starke genugdem Unvermögenden; die Knaben werden müdeund matt, und die Jünglinge fallen; aber dieauf den Herrn harren, kriegen neue Kraft."Alle diese Aussprüchc beweisen uns, daß wir auch den klein-sten Gedanken an eigenes Vermögen von uns entfernen müs-sen, wenn wir an Gott einen gnädigen Herrn haben wol-len, der den Hoffärtigen widersteht, aber den DemüthigenGnade giebt.P Dann mögen wir uns wieder erinnern derVcrheißungH: „Ich will Wasser ausgießen auf dasdürstende und Ströme aufdas dürreLand;"uud:„die ihr durstig seyd, kommt her zum Wasser."Hieraus erhellet, daß zur Theilnahme an den SegnungenGottes nur die zugelassen werden, die im Gefühle ihrerArmuth fast vergehen. Auch darf jenes merkwürdige Wortdes Jesaias') nicht übersehen werden: „Die Sonne sollnicht mehr des Tages dir scheinen, und derGlanz des Mondes soll dir des Nachts nichtleuchten, sondern der Herr wird dein ewigesLicht seyn." Wahrlich, nicht den Schein der Sonne oderdes Mondes nimmt der Herr seinen Knechten, sondern weiler allein ihr Preis seyn will, so ziehet er ihr Vertrauenauch von dem ab, was sie nach ihrer Meinung für dasVorzüglichste halten.
11. Mit besonderem Wohlgefallen habe ich immer denAusspruch des Chrysostomus ^) gelesen: „die Grundfeste un-serer Philosophie sey die Demuth"; mit noch größcrm das,
1) Ps. 147, 10. 2) Jes. 40, 29 — 31. 3) Jac. 4, 6. 4) Jcsa. 44,3' 55, 1. 5) Jesa, 60, 19» 6) Leimo xeitecrione Lvan».
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