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von selbst schon zur Unwahrheit geneigt ist, wird ihn eineinziges Wörtlein schneller zum Irrthum, als eine langeRede zur Wahrheit bringen. Dazu liefert mehr, als zuwünschen ist, dieses Wort selbst den Beweis: denn indemdie spätern Lehrer die Auslegung nicht berücksichtigten, wel-che die Vorfahren von diesem Worte gemacht hatten, undsich nur an die Abstammung und erste Bedeutung desselbenhielten, so haben sie sich zu einer verderblichen Vermcssen-hcit erhoben.
8. Achten wir das Ansehen der Vater; so gebraucheneben sie zwar immer dieses Wort, aber zeigen zugleich, wel-chen lobenswerthen Gebrauch sie von demselben machen. Vorallen Augustiners!) , der ohne Bedenken den menschlichenWillen einen dienstbaren nennt. AnderSwo eifert er ge-gen die, welche die Freiheit des Willens leugnen, aber giebtden ganz besondern Grund davon mit den Worten an: „nurwage Niemand, die Freiheit des Willens dergestalt zu leug-nen, daß er auch die Sünde entschuldigen wolle." Dochan einem andern Orte bekennt er: „ohne den Geist gebees keinen freien Willen, indem dieser den dringenden undzwingenden Begierden unterworfen sey." Eben so: „nach-dem der Wille von dem Laster sich habe besiegen lassen, soentbehre die menschliche Natur der Freiheit." Desgleichen:„der Mensch habe seine Freiheit gemißbraucht, und dadurchsich sammt seinem Willen verderbt." Ferner: „der freieWille sey gefangen genommen, so daß er zur Gerechtigkeitnichts vermöge." Gleichfalls: „frei sey nux, was die Gna-de Gottes in Freiheit gesetzt hat." Endlich: „der Gerech-tigkeit Gottes geschehe kein Genüge, wenn das Gesetz ge-bietet, und der Mensch nur mit seinen eigenen Kräftenhandelt, sondern wenn der Geist hilft, und nicht des Men-schen freier, sondern von Gott befreiter Wille gehorcht."Und den Grund hievon faßt er in wenig Worten zusam-men: „der Mensch habe, als er erschaffen worden, große
1) Es sind diese Citate aus mehrern Schriften Augustin's entlehnt.