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lehrt, das Vermögen der Vernunft und des Willens sey,das Gute zu wählen, wo die Gnade mitwirke, und dasBöse, wo sie aufhöre." Allzu unverstandlich erklärtBernhardnsH, weil er scharfsinnig reden will, den frei-en Willen als „eine Harmonie beruhend auf der unverlier-baren Freiheit des Willens und dem unabänderlichen Urtheilder Vernunft." Nicht deutlich genug ist auch die Definitiondes Ansclmus^), der den freien Willen ein Vermögennennt, die Rechtschaffenheit um ihrer selbstwillen zu bewah-ren. Petrus Lombard» s^) und die Scholastiker hiel-ten sich daher am liebsten an Augustin's Definition, weil sieverständlicher war, und die Gnade Gottes nicht ausschloß,ohne welche ihnen, wie sie meinten, der Wille an sich we-nig helfen könne. Doch fügen sie auch aus ihrem Eigenenetwas bei, sey es nun, weil sie dies für richtiger oder zugrößerer Verdeutlichung für nöthig erachteten. Darinstimmen sie überein, daß das Wort Willenskraft aufdie Vernunft bezogen werden müsse, deren Geschäft es sey,zwischen gut und böse zu unterscheiden, dagegen das Bei-wort frei eigentlich den Willen angehe, der sich für Bei-des gewinnen lasse. Da Freiheit also eigentlich eine Eigen-schaft des Willens ist, so glaubt ThomasH, daß manden freien Willen am passendsten das auswählende Vermö-gen nenne, welches, aus Erkenntniß und Begehren gemischt,sich jedoch mehr zum letztern hinneige. So wissen wir denn,daß die freie Willenskraft ihrer Meinung nach, in der Ver-nunft und im Willen liegt; und ich will nun kürzlich vonder Wirksamkeit reden, die sie beiden zugestehen.
5. Allesammt pflegen sie gleichgültige, das Reich Got-tes nicht angehende Dinge dem freien Entschlüsse des Men-schen zuzuschreiben, die wahre Gerechtigkeit aber von derbesondern Gnade Gottes und geistigen Wiedergeburt abhän-
1) Oe Arstiii ei lider. srdili', 2) DlakoA. ike Iik>. iilbiti', c, 12, 13.3) Lenrent. lil>. 2. sici. 2g. sect. 2. 4) lliomss von ÄqmnoLilmmz ideolo^iea 1. Mimest. 63. »N- 2.