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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
249
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ßnng des kranken Menschen überläßt." Ferner'):Wie wir nur vermittelst der Gnade Gottes et-was Gutes thun können, so können wir auchnicht anders denBeifall von oben hercrlangen,als wenn wir das Unsrigc thun." Zuvor aber hatteer gesagt:Damit nicht Alles ein Werk göttlicher Hülfe sey,müßten auch wir etwas beitragen;" wcßhalb es auch sein Lieb-lingsausspruch ist:Lasset uns das Unsrige thun,dasUcbrigewirdGott vollenden." Hiermit stimmt derAusspruch des Hieronymus") vollkommen überein:Un-ser c S a ch e i st e 6, d e n A n fa n g z n m a ch c n, G o t t a b e rmuß es vollbringen; wir haben zu tbun, was wirkönnen, er aber hat zu erfüllen, was wir nichtvermögen." Diese Aussprüche zeigen, daß sie den Men-schen mehr Vermögen zum frommen Leben zugetheilt haben,als recht und billig war. Denn sie hielten es für unmög-lich, dieselben aus der angebornen Trägheit anders aufzu-regen, als wenn sie die Ueberzeugung befestigten, daß dieSünde allein unser Werk sey. Mit welchem Glück dies vonihnen geschehen ist, wollen wir nachher hören; wenigstenswird dann die Falschheit der angeführten Behauptungeneinleuchten. Wiewohl nun vor allen die griechischen Kirchen-lehrer, und unter ihnen namentlich Chrysostomus, die mensch-liche Willenskraft über Gebühr erhoben; so haben doch dieältern alle, außer Augustinus, so verschiedenartig, schwan-kend und dunkel über diesen Gegenstand sich ausgedrückt,daß sich wenig Zuverläßiges aus ihren Schriften anführenläßt. Darum will ich in der Aufzählung ihrer einzelnenBehauptungen nicht zu ausführlich seyn, sondern aus jedemnur so viel ausheben, als zur Beweisführung erforderlichist. Die spätern Kirchenlehrer haben, da jeder von ibnenden Ruhm des Scharfsinns, bei Vertheidigung des mensch-lichen Vermögens zum Guten, davon tragen wollte, sichallmählig so sehr verirrt, daß es zuletzt die allgemeine Mci-

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