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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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sagt'), hierhin und dorthin gezogen wird. Eben so behauptetCicero^), daß die von Natur in uns gelegten Fünkchen desGuten durch böse Meinungen und Gewohnheiten bald ausge-löscht werden. Wenn aber dergleichen Begierden in der mensch-lichen Seele erst Raum gewonnen haben:'so werden sie, ih-rer eigenen Meinung nach, so heftig, daß sie sich schwerin Schranken halten lassen; ja sie tragen kein Bedenken,dieselben mit unbändigen Pferden zu vergleichen, die ihrenReiter abwerfen, und nun frei ihr wildes Wesen treiben.Jedoch das nehmen sie als erwiesen an^), daß Tugend undLasier in unserer Macht stehen. Denn sie schließen: Eshängt von unserer Wahl ab, dies oder jenes zu thun, folg-lich auch, es nicht zu thun; und umgekehrt: es nicht zuthun, folglich auch es zu thun. Da wir nun mit freierWahl thun, was wir thun, und unterlassen, was. wir un-terlassen; so können wir folglich, wenn wir Gutes thun,dasselbe auch, sobald wir wollen unterlassen, und wennwir Böses thun, können wir dasselbe auch meiden. Sogarbis zu der Unverschämtheit verirrten sich einige unter ih-nen^), daß sie sagten:der Götter Geschenk sey unser Le-ben, aber ein gutes und heiliges Leben hange von uns ab."Dahin gehört, was Ciceros den Cvtta sagen läßt: weil dieTugend eines jeden eigenes Werk sey, so habe auch nochniemals ein Weiser dafür Gott Dank dargebracht.Dennder Tugend wegen werden wir gelobt spricht er uud der Tugend rühmen wir uns. Das wür-de unmöglich seyn, wenn sie Gottes Geschenkund nicht unser Werk wäre." Und kurz nachher heißtes:Das Glück müsse man sich von Gott erbit-ten, aus sich selbst aber die Weisheit nehmen."Die Meinung aller Philosophen ist also kürzlich diese: die.

1) <lv Il.e°)l>us lib. 1. 2) ?uzeulznaeum äls^mationuin Iil>. 3, c. 1.PSA, 117. Wolüi. Dixs. 1792. 3) Siehe 4.1'istmelis kitiiic.Iil>. 3. c. S. 4) So Senecn hie und da in seinen Schriften. 5) Ds»slur» äeorum 1ll>, 2.