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sind, oder wenn noch etwas von ibr übrig ist, wie weitibrc Wirksamkeit reiche. Um aber bei dieser Untersuchungdesto ebcr die Wahrheit zu finden, will ich vorher noch mitwenig Worten die Gränzen dieser Abhandlung bestimmen.Am besten werden wir jedem Irrthume vorbeugen, wennwir auf die gefährlichen Folgerungen aufmerksam werden,die sich von beiden Seiten machen lassen. Denn wird demMenschen alles Gute abgesprochen, so kann das leicht einerträgen Mnthlosigkcit Vorschub thun; und wenn von seinemUnvermögen zu einem frommen Leben gesprochen wird, somögte er daher einen Norwand nehmen, dasselbe als ihnnicht angehend gering zu schätzen. Dagegen kann ihm auchnicht das Geringste zugestanden werden, ohne Gott die Eh-re zu rauben, und den Menschen durch verwegenes Selbst-vertrauen zu Falle zu bringen. Um nun diese Klippen zuvermeiden, ist folgender Weg einzuschlagen. Der Mensch,von der gänzlichen Ermangelung des Eulen in sich über-führt, und von den Beweisen seines Elends umgeben, mußnach dem Guten, das ihm fehlt, und nach der Freiheit, dieer verloren hat, ernstlich verlangen lernen; und so kräfti-ger aus seiner Trägheit erhoben werden, als wenn manihm von seiner hohen Tugcndlraft etwas vorgaukelt. DieNothwendigkeit dieses Folgesatzes erkennt jeder. Aber überdie Zulässigkeit des Vordersatzes lassen sich, jedoch mit Un-recht, mehrere Zweifel hören. Denn ist das gewiß, daßder Mensch aus sich nichts nehmen könne: so muß es aucheinleuchten, wie heilsam es sey, ihm alles zu entziehen, waseinen thörichten Stolz begünstigen kann. Denn wenn esdem Menschen nicht einmal in dem Falle gestattet war, vensich zu rühmen, da durch Gottes Güte so herrliche Gabenihn auszeichneten: um wie viel mehr geziemt ihm jetzt dieDemuth, da er, seiner Undankbarkeit wegen, von der höch-sten Stufe der Ehre in die tiefste Schande hcrabgcsunkenist! Zur Zeit seines herrlichen Zustandes räumt die heiligeSchrift ihm nichts weiter ein, als seine Erschaffung »achGottes Ebenbilds, und damit sagt sie, daß er seine Selig-