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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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der» für etwas auf Alle fortgeerbtes halte. Auch thue ichdies nicht ohne Gewährsmann: denn aus gleicher Ursachenennt der Aposteluns allesammt von Natur Kinder desZorns." Wie sollte Gott auf die edelste unter allen Krea-turen zürnen, da er ein Wohlgefallen an seinen geringstenWerken hat? Aber nicht an seinem Geschöpfe hat er einMißfallen, sondern an dessen Entartung. Wenn man da-her, wegen der verderbten menschlichen Natur, nicht mitUnrecht sagt, daß der Mensch von Natur vor Gott ver-worfen sey: so wird es auch nicht unpassend seyn, ihn vonNatur für böse und sündig zu erklären. Gleichwie Augu-stinus sich nicht scheut, eben unsres verderbten Wesens we-gen diejenigen Sünden natürliche zu nennen, welche noth-wendig in unserm Fleische herrschen, wenn die Gnade Got-tes fehlt. So verschwindet von selbst, als höchst lacherlich,die Schwärmerei dcr Maniehaer, welche meinend, daßdie Sünde ein wesentlicher Bestandtheil des Menschen sey,diesem einen andern Schöpfer zu geben wagen, um nichtden Schein zu haben, daß sie Gott den Heiligen zum Ur-heber und Anfanger des Bösen machen.

Kapitel II.

Der Mensch hat die Freiheit des Willens verloren, und liegt jetzt inelender Knechtschaft.

t. Auf diese Abhandlung über die Sünde, welche, seitder erste Mensch ihr unterworfen ist, nicht blos in seinergesammten Nachkommenschaft herrscht, sondern auch jeglicheSeele gänzlich durchdrungen hat, muß nun eine weitere Un-tersuchung darüber folgen: von welcher Zeit an wir in dieseKnechtschaft gerathen, und ob wir aller Freiheit beraubt