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auf die Nachkommen unaufhaltsam sich ergießt. Weder indem Wesen des Fleisches noch des Geistes hat diese Seucheihren Grund, sondern in der Anordnung Gottes, daß dererste Mensch die ihm mitgetheilten Gaben sowohl für sichals für die Seinigen zugleich haben und verlieren sollte.Das Geschwätz der Pelagiancr: „es sey doch höchst unwahr-scheinlich, daß von frommen Eltern das Verderben auf dieKinder übergehe, da diese vielmehr durch deren Reinheitauch geheiligt werden müssen," ist leicht zu widerlegen.Denn nicht nach der geistigen Wiedergeburt, sondern nachder fleischlichen Zeugung stammen sie von ihnen ab. Dahersagt auch AugustinusJ: „weder ein ungläubiger Sünder,noch ein gläubiger Begnadigter zeugt Gerechtfertigte, son-dern eitel Sünder, da die Zeugung nach der verderbtenNatur geschieht." Ferner: wenn sie in gewisser Weise An-theil an ihrer Heiligkeit nehmen, so ist dies ein besondererSegen des Volkes Gottes, welcher jenen ersten und allge-mein über das Menschengeschlecht ausgesprochenen Fluchnicht aufhebt. Denn aus der Natur kommt die Schuld,aber aus der übernatürliche» Gnade die Heiligung.
8. Um nicht von einem dunklen und unbekannten Ge-genstande geredet zu haben, gebe ich nun eine Erklä-rung von der Erbsünde. Jedoch bin ich nicht Willens, dieeinzelnen Erklärungen anderer Lehrer hier zu prüfen, son-dern werde nur eine einzige, der Wahrheit am nächstenkommende geben. Es ist nämlich die Erbsünde die erblicheEntartung und Lcrderbtheit unserer Natur, ergossen indas ganze Wesen der Seele, die zunächst des Zornes Got-tes uns schuldig macht, darnach auch, wie die Schrift esnennet, die Werke des Fleisches in uns hervorbringt. Dieseigentlich wird von Paulus oftmals Sünde genannt. Diedaraus entstehenden Werke aber, als Ehebruch, Hurerei,Dicbstahl, Zorn, Haß, Mord, Saufen und Fressen, nennter eben darum Früchte der Sünde, wiewohl sie hie und
1) Än seiner Schrift: cle gratis Llirrsrl contra ?elaA. er (lastest.