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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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sündig gewordene Menschennatur zu denken habe, ist leicht-lich einzusehen. Denn nichts wäre unvernünftiger, als Gottfür den Urheber des Todes zu erklären. Dergestalt ver-sank also Adam ins Verderben, daß sich dieses, gleich ei-ner Seuche, von ihm über alle seine Nachkommen ausbrei-tete. Auch sagt es selbst deutlich genug der himmlische Rich-ter Christus, daß wir voll Neigung zum Bösen und inSünden geboren werden, wenn er spricht^): was vomFleisch geboren wird, das istFleisch; und bis zuihrer Wiedergeburt sey Allen dieThüre des Le-bens verschlossen."

7. Zum gründlichen Verständniß dieser Wahrheit ist kei-ncswcgcs eine ängstliche Untersuchung, mit welcher die Altensich plagten, darüber vonnöthen: ob des Kindes Seele durchFortpflanzung aus der väterlichen entstehe, weil in ihr dieSeuche vorzüglich wohne? Wir müssen uns daran genügen las-sen : Gott der Herr hat alle Kräfte und Eigenschaften, welcheer der menschlichen Natur verleihen wollte, dem Adam zurBewahrung übergeben; dieser also, da er das Anvertrauteverlor, hat es nicht blos ihm selbst, sondern uns Allenverloren. Wer könnte wegen Abstammung der Seele sichängstigen, wenn er weiß, daß Adam jene Vorzüge, die ereinbüßte, für uns eben so gut, als für sich empfing, unddaß sie nicht einem Menschen allein, sondern der gesamm-ten Menschennatur zugetheilt wurden? Es liegt also garnichts Ungereimtes darin, da er jenes Schmuckes beraubtworden, auch die Natur in Blöße und Armuth versank,und mit seiner Befleckung durch die Sünde, die Seucheauch in die Natur eindrang. So schössen aus fauler Wur-zel faule Aestc hervor und theilten ihre Fäulniß wiederumden neuen Sprößlingen mit. Nicht anders liegt auch indem Vater schon die Verdcrbniß des Sohnes, der sie denEnkeln zuführte; oder mit andern Worten: in Adam be-gann dergestalt das Verderben, daß es von den Vorfahren

k) Joh. z, z. e.