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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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Wir alle also, die wir aus sündlichem Saamen stammen,werden mit einer Anlage und Neigung zum Bösen geboren;ja wir sind, noch ehe wir das Licht der Welt erblicken, inGottes Augen unrein und befleckt.Denn wer will einenReinen finden bei denen, da keiner rein ist? Auch nichtEiner" wie es im Buche Hiob heißt/)

- 6. Da hören wir, wie die Befleckung der Eltern der-gestalt auf die Kinder sich fortpflanze, daß alle ohne Aus-nahme durch ihre Abstammung der Sünde unterworfen sind.Den Anfang dieses Verderbens finden wir nur, wenn wirbis zu dem allgemeinen Stammvater Adam, als zur Quelle,zurückgehen, den wir nicht blos für den Ahnherrn des Men-schengeschlechts , sondern gleichsam für dessen Wurzel haltenmüssen: weßhalb mit Recht seine Verschuldung auf Alle über-gekommen ist. Das erhellet aus der Vergleichung, welche derApostel Paulus zwischen Adam und Christus anstellt/)Wiedurch Einen Menschen"sagt erdie Sünde istgekommen in dieWelt, und durch dieSüude derTod, und ist also der Tod zu allen Menschendurchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget ha-ben: so ist Gerechtigkeit und Leben uns wiedergegeben durch die G nadc Jesu Christi." Was werdenhier die Pelagianer schwatzen? Etwa: die Sünde Adams habesich durch Nachahmung derselben fortgepflanzt? Also ausChristi Gerechtigkeit ziehen wir keinen andern Nutzen, als daßsie ein uns zur Nachahmung aufgestelltes Beispiel ist? Wermögte solche Gotteslästerung ertragen? Wenn es nun unbe-streitbar ist, daß Christi Gerechtigkeit uns mitgetheilt wird,und mit ihr das Leben : so folgt zugleich, beide sind in Adamverloren, und werden in Christo wiedergewonnen; Sündeund Tod habeu durch Adam sich cingeschlichen, und werdendurch Christum getilgt. Nicht unverstandlich sind die Wortedes Apostels:gleichwie durch Adams UngehorsamViele Sünder geworden sind, also werden auch

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