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so sehr befremdet, als daß um eines Menschen Sündewillen Alle Sünder, und auf diese Weise die Sünde einGemeingut geworden wäre. Dies scheint die frühesten Kir-chenlehrer bewogen zu haben, diese Materie nur oberfläch-lich zu behandeln, wenigstens sich nicht so lichtvoll darüberzu erklären, als der Gegenstand es erforderte. Und dennochkonnte diese Behutsamkeit den Pelag ins nicht abhalten, dieheillose Lehre vorzutragen, daß Adam blos zu seinem Scha-den, aber ohne alle nachtheilige Folgen für seine Nachkom-men gesündigt habe. Mit solcher Verschlagenheit suchte derTeufel die Erbseuche unkenntlich und somit unheilbar zu ma-chen. Doch überwiesen durch die klaren Aussprüche der h.Schrift, daß von dem ersten Menschen sich die Sünde aufseine gesammte Nachkommenschaft fortgepflanzt habe, ge-braucht er die sophistische Deutung: nicht vermittelst derAbstammung, sondern blos durch die Nachahmung sey esgeschehen. Gottselige Männer, und vor allen Augnstinus,suchten also zu beweisen, daß die Verdorbenheit des Menschennicht später erst entstehe, sondern daß wir eine angeborncSündhaftigkeit mit auf die Welt bringen. Das abzuleug-nen, war die größte Unverschämtheit; aber man wird sichüber die Verwegenheit der Pelagianer und Cölestia-ncr nicht wundern, wenn man aus den Schriften jenesfrommen Mannes ihre sonstige heillose Frechheit kennen lernt.Gewiß unzweideutig ist David's Bekenntniß >): „Siehe,ich bin aus sündlichcm Saamcn gezeuget, undmeine Mutter hat mich in Sünden empfangen."
» In diesen Worten klagt er nicht etwa des Vaters oder derMutter Vergehuugen an, sondern giebt, um die Güte Got-tes gegen sich mehr hervorzuheben, ein Bekenntniß von sei-ner eigenen Vcrderbthcit, die er von seiner leiblichen Ge-burt ableitet. Offenbar kann dies David nicht allem an-gehen: folglich ist, was er von sich sagt, ein Bild von demverderbten Zustande des gesummten Menschengeschlechts.
4) Ps. 51, 7.