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gestellt. Denn am kräftigsten konnten die erwachenden Be-gierden durch die Ueberzeugung gezügelt werden, daß nichtsgrößcrn Segen bringe, als durch Gehorsam gegen GottesGebote sich zur Heiligkeit zu erbeben, und daß es einesglückseligen Lebens höchstes Ziel sey, von ihm geliebt zuwerden. Aber von des Teufels Lästerwort verführt, ver-dunkelte er die Ehre Gottes.
5. So wie das geistige Leben Adams darin bestand, mitseinem Schöpfer in der innigsten Bereinigung zu bleiben,so war die Entfremdung von ihm der Seele Verderben.Auch ist es gar nicht zu verwundern, wenn derjenige seinGeschlecht durch seine Abtrünnigkeit ins Elend stürzte, derdie ganze Ordnung der Natur im Himl-icl und auf Erdenverkehrte. „Es seufzet alle Kreatur —sagt Paulus')— dieweil sie dem Verderben unterworfen ist,ohne ihren Willen." Und was ist die Ursache davon?Offenbar trägt jede Kreatur einen Theil der Strafe, welcheder Mensch verdient hat, zu dessen Nutzen sie geschaffenwar. Da also nach allen Seiten hin aus seinem Vergehender Fluch sich erhob, der auf allen Gegenden der Welt ru-het: so liegt gar nichts Vernunftwidriges darin, anzuneh-men, daß er auf alle seine Nachkommen überging. Dennnicht allein er, dem das göttliche Ebenbild verloren gegan-gen war, trug die Strafe, daß an die Stelle der Weisheit,Tugend, Unschuld, Wahrheit und Gerechtigkeit, mit wel-chem Schmuck er bekleidet war, das größte Verderben trat,Blindheit, Untüchtigkcit zum Guten, Unrcinigkcit, Lüge undUngerechtigkeit, sondern auch seine gesammte Nachkommen-schaft wurde in solches Elend versenkt. Dieg ist das angc-erbte Verderben oder wie die Alten es nannten, die Erb-sünde, unter welcher sie die Verschlimmerung des ursprüng-lich unschuldigen und reinen menschlichen Wesens verstan-den. Uebcp diese Lehre von der Erbsünde entstanden unterihnen viele Streitigkeiten, da die menschliche Vernunft nichts
1) Rom. g, 19. 20.