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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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dcrn wollend zu, und er der Gute würde nicht zulassen,daß etwas dose geschehe, wenn nicht er der Allmächtigeauch bei dem Bösen es wohl machen könnte.

4. Auf diese Weise löset sich auch, ja verschwindet vonselbst der zweite Einwurf: daß wenn Gott nicht blos derGottlosen sich bedient, sondern auch ihre Beschlüsse undNeigungen leitet, er aller Verbrechen Urheber sey, und daßfolglich die Menschen ungerecht verdammt werden, wenn sievollbringen was Gott beschlossen hat, weil sie seinem Willengehorchen. Denn fälschlich wird hier Gebot mit Wille ver-mischt, welcher letztere von jenem, wie aus unzähligen Bei-spielen erhellt, sehr weit verschieden ist. Denn obgleichGott, als Absalom seines Vaters Weiber entehrtes, wollte,daß durch diese Schmach Davids Ehebruch gestraft werdensollte, so hat er doch nicht dem frevelhaften Sobnc gebo-ten, die Blutschande zu begehen, als mur in Hinsicht ausDavid etwa ebenso, wie er von Simei's Schmähungen re-det. Denn indem er aussagt, daß dieser auf Gottes Ge-heiß ihm fluche, will er kcincswegcs dessen Gehorsam lo-ben, als ob jener freche Hund Gottes Befehlen folge, son-dern indem er dessen Zunge als Gottes Geißel erkennet,läßt er sich geduldig züchtigen. Es ist wohl zu bemerken,daß die Gottlosen, durch welche Gott seine verborgenenRathschlüsse ausführt, nicht zu entschuldigen sind, als obsie seinem Gebote gehorchten, welches sie absichtlich undnach eigenem Gelüste verletzen. Ein auffallendes Beispiel,auf welche Weise das, was die Menschen verkehrter Weisethun, aus Gott sey und von seiner verborgenen Vorsichtgeleitet werde, ist die Wahl des Königs Jcrobcam.H Hierwird die Unbesonnenheit und Verwegenheit des Volkes stren-ge verdammt, weil es die von Gott verordnete Rcgcntcn-folge umgestossen und treulos von dem Hause Davids ab-gefallen; und doch wissen wir, daß er dessen Salbung ge-wollt habe. Daher ist auch in den Worten des Hoseas")

1) 2 Sam. 16, 10. 2) 1 Kön. 12, 20. 3) Hos. 8, 4 u. K. 13, 14.