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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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seinen Rathschluß ändere, oder nicht mit sich selbst überein-stimme? Vielmehr, wo wir nicht begreifen, wie Gott wol-len könne, daß etwas geschehe, was er zu thun verbietet,mögen wir unsere Schwachheit bedenken und zugleich er-wägen, daß das Licht, in welchem er wohnet, nicht ohneGrund ein unzugängliches genannt werde, weil es vonDunkel umhüllt ist. Darum werden alle Frommen und De-müthigen gern dem Ausspruch Augustinus beistimmen, wenner sagt, daß der Mensch zuweilen mit gutem Willen wolle,was Gott nicht will; wie wenn ein guter Sohn will, daßsein Vater leben möge, indeß Gott will, daß er sterbe. Um-gekehrt sey es möglich, daß der Mensch eins und dasselbemit bösem Willen wolle, was Gott mit gutem Willen will,wie wenn ein böser Sohn will, daß sein Vater sterbe undGott dasselbe will. Also jener will, was Gott nicht will,dieser aber will, was auch Gott will. Und dennoch stimmtdie kindliche Liebe des crstcrn vielmehr mit dem guten Wil-len Gottes übcrcin, obgleich er etwas anders will, als dieLieblosigkeit des letztern, der dasselbe will. So groß ist derUnterschied zwischen dem, was dem Menschen und was Gottzu wollen geziemt, und aus welchen Zweck sich Jedes Willebeziehe, um gebilligt oder mißbilligt zu werden. Denn wasGott gut will, erfüllt er durch den bösen Willen böser Men-schen. Kurz vorher hatte er gesagt, die abgefallenen Engelund alle Verworfene hätten, insofern es sie selbst angehet,gethan was Gott nicht wollte; aber in Hinsicht auf dieAllmacht Gottes, hätten sie dies keinesweges vermocht, weil,indem sie gegen Gottes Willen handeln, in Betreff ihrersein Wille geschehen ist. Darum ruft er aus J: Groß sinddie Werke des Herrn; erwünscht nach allem seinen Willen;so daß auf wunderbare und unaussprechliche Weise nichtohne seinen Willen geschieht, was sogar wider seinenWillen geschieht; weil es nicht geschehen würde, wenn eres nicht zuließe; und er läßt es nicht wider Willen, sou-«

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