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eine gerechte Heimsuchung Gottes erkannte. Was sagt dieSchrift an einer andern Stelle? „Die Söhne Eli ge-horchten ihres Vaters Stimme nicht, denn derHerr war Willens, sie zu todten//) Ein andererProphet verkündet"): „Gott der im Himmel wohnt,thut alles, was er will." Ich habe schon deutlich ge-nug gezeigt, daß Gott der Urheber alles desjenigen ge-nannt wird, was jene Richter nnr seiner müßigen Zulas-sung zugestehen wollen. Er bezeugt, daß er das Licht schaffeund die Finsterniß, das Gute und das Böse mache, daßkein Uebel geschehe, was er selbst nicht thue/) Mögen sienun sagen, ob er wollend oder nicht wollend seine Gerichteübe. Wie Moses lehrt, daß derjenige, der durch zufälli-gen Wurf eines Beils getödtet wird, von Gott in die Handseines Mörders gegeben sey''), so sagt die ganze Kirchebeim Lucas '), Herodes und Pilatus hatten sich verschwo-ren zu thun, was Gottes Hand und Rath zuvor bedacht,das geschehen sollte. Und fürwahr, woher uns die Erlö-sung, wenn Christus nicht nach Gottes Willen gekreuzigtworden wäre. Daraus aber folgt nicht, daß der WilleGottes mit sich selbst streite oder sich ändere, oder sich stelle,als ob er nicht wolle, was er will, sondern in sich selbereinig und einfach scheint er nur uns ein vielfacher, weilwir nach der Schwäche unseres Verstandes nicht einzusehenvermögen, wie er, daß eins und dasselbe geschehe, auf ver-schiedene Weise wolle und nicht wolle. Wenn Paulus dieBerufung der Heiden ein verborgenes Geheimniß genannthat, so setzt er sogleich hinzu, daß in derselben sich die man-nigfaltige Weisheit Gottes offenbaret habe. Wenn nun un-serm blödsichtigcm Verstände die Weisheit Gottes als einemannigfaltige erscheint (oder als eine vielgestaltete, wieein alter Ausleger es gegeben hat), müssen wir denn deßhalbcine Verschiedenheit in Gott selbst uns trämcn, als ob er
1) 1 Sam. 2, 25. 2) Ps. 115, 3. 3) Jes. 45, 7. Amos 3, 6.4) 5 Mos. 19, 5. 5) Apstg. 4, 23.