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3. Wenn ich bisher nur das angeführt habe, was of-fen und unzweifelhaft in der Schrift gelehrt wird, so mö-gen diejenigen, welche die himmlischen Aussprüche zu ver-unstalten sich erkühnen, bedenken, welch ein Gericht sie sichanmaßen. Denn, indem sie durch vorgebliches Nichtwissensich den Schein der Bescheidenheit zu geben suchen, kannetwas vermessener seyn, als dem Ansehen Gottes auch nurein Wörtchen entgegen zu setzen? Mir scheint es anders,oder, dies mag ich nicht berühren. Wenn sie aber unum-wunden lästern, was gewinnen sie dadurch, daß sie denHimmel anspcien? Neu ist diese Art von Frechheit nicht;denn zu allen Zeiten gab es Frevler und Gottlose, diedies Stück der Lehre mit rasendem Munde anbellten. Abersie werden, was einst der Geist durch den Mund Davidsaussprach, als Wahrheit empfinden, nämlich: „daß Gottsiege, wenn er gerichtet wird."H David straft hier ver-steckter Weise die tolle Frechheit der Menschen, die aus ih-rem Kothc nicht bloß gegen Gott streiten, sondern auch sichdas Recht anmaßen, ihn zu verdammen. Zugleich zeigt erin der Kürze, daß die Lästerungen, die sie gegen den Him-mel ausspcicn, Gott nicht hindern, seine Gerechtigkeit durchdie zerstreuten Nebel der Lasterungen leuchten zu lassen,und wie auch unser Glaube, weil er in Gottes Wort ge-gründet, die Welt überwindet, aus seiner Höhe auf jenenNebel hcrabblickt.°) Denn ihr erster Einwurf, daß, wennnichts ohne den Willen Gottes geschähe, zwei entgegenge-setzte Willen in ihm seyen, weil er im verborgenem Rath-schluß beschließe, was er in seinem Gesetz öffentlich verbotenhat, wird leicht beseitigt. Eheichjedpch daraufantworte, mnflich die Leser abermals erinnern, daß diese Verdrehung nichtgegen mich, sondern gegen den heiligen Geist gerichtetsey, der dem heiligen Manne Hiob das Bekenntniß eingab,„wie es Gott gefiel ist's geschehen;" da er vonRäubern geplündert in ihrer Frcvclthat und Beleidigung
t) Pf. 51, 6. 1 Joh. 5, 4>