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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
215
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digcn, insofern die Fnrcht vor einem scheinbaren Wider-spruch sie erzeugte, wenn sie nur nicht die GerechtigkeitGottes in verkehrter Weise durch eine Lüge zu rechtfertigenund gegen allen Vorwurf zu sichern suchten. Es scheintwidersprechend, daß ein Mensch mit Willen und auf Ge-heiß Gottes verblendet und darnach für seine Verblendunggestraft werde. Also suchen sie sich durch die Ausflucht zuhelfen, es geschehe nur mit Zulassung, nicht aber mit Wil-len Gottes. Aber er selbst, laut verkündend, daß er esthue, verwirft sene Ausflucht.

Daß sie aber nichts thun mit geheimer Zulassung Got-tes, noch auch durch eigene Berathschlagnng etwas bewir-ken können, was er selbst nicht schon bei sich beschlossenhat und in verborgener Leitung berbciführc, wird durchunzählige deutliche Zeugnisse erwiesen. Gewiß bezicht sichder vorhin angeführte Ansspruch des Psalms: daß Gottalles, was er will thue, auf alle Handlungen der Men-schen. Wenn Gott, wie dort ohne alle Ausnahme gesagtwird, der Kriege und destFricdens einziger Lenker ist, werwird denn zu behaupten sich erkühnen, daß, ohne sein Wis-sen oder Zuthun die Menschen blindlings ihren Triebenfolgen? Aber besondere Beispiele werden mehr Licht geben.Aus dem ersten Kapitel Hiob wissen wir, daß Satan sichvor Gott stellte, um seine Befehle zu empfangen, nichtminder als die Engel, weiche freiwillig gehorchen; zwar inWeise und Zweck verschieden, doch so, daß er nichts unter-nehmen kann ohne Gottes Willen. Obschon nun eine bloßeZulassung zu erfolgen scheint, den heiligen Mann zu be-trüben, so schließen wir doch aus her Wahrheit des, Aus-spruchsH:Der Herr hats gegeben, der Herrhats genommen; wie es Gott gefiel, so geschahes;" daß der Urheber seiner Prüfung, deren.. WerkzeugeSatan und die frevelnden Räuber waren, Gott gewesensry. Der Satan hat den Zweck, den heiligen Mann durch.

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H Hiob I, 21.