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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Stadt vorherzuvcrkündigcn? Warum ließ er durch den Jc-saias 2) dem Hiskias den Tod ansagen? Er konnte ja auchjene und diesen verderben, ohne Ankündigung ihres Un-glücks. Also etwas anderes hatte er zum Zweck, als daß jenevon ihrem Tode benachrichtigt denselben von ferne kommensehen sollten. Nämlich er wollte nicht ihren Untergang,sondern ihre Besserung, damit sie nicht untergingen. Wennalso Jonas weissagt, daß Ninivc nach 40 Tagen unterge-hen werde, so geschieht dies, damit es nicht untergehe.

, Wenn dem Hiskias die Hoffnung eines längern Lebens ge-nommen wird, so geschieht es deshalb, damit er ein län-geres Leben erhalte. Wer sieht also nicht, daß der Herrdurch solche Drohungen, die, welche er schreckte, zur Bnßchabe erwecken wollen, damit sie dem Gerichte, welches siedurch ihre Sünde verdient hatten, entgehen möchten. Istdem also, so führt uns die Beschaffenheit der Dinge dahin,daß wir in der einfachen Ankündigung die verschwiegene Be-dingung erkennen. Dies wird auch durch ähnliche Beispielebestätigt: Indem der Herr dem König Abimclcch vorwirft,daß er dem Abraham sein Weib geraubt, bediente er sichder Worte-):Siehe du wirst sterben, des Weibeswegen, die du genommen hast; dcnn sie ist einemManne verbunden." Nachdem aber jener sich entschul-digt hat, redet er:Gib dem Manne sein Weib wie-der; denn er ist ein Prophet und wird für dichbeten, daß du lebest. Wo du sie aber nicht w i c-der giebst, so wisse, daß du des Todes sterbenmußt und alles was dein ist." Siehst du, wie ermit dem ersten Ausspruch seine Seele heftig erschüttert, umihn zur Genugthuung bereit zu machen, mit dem andernaber seinen Willen deutlich erklärt? Wenn es mit andernStellen sich eben so verhält, so schließe nicht daraus, daßdem frühern Rathschlusse Gottes etwas entzogen sey, weiler nicht vollführte, was er angekündigt hatte. Denn der

V J-s. 38, Z. 2) l Mos. 20, 3>