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nicht zu seiner.Höhe reichet, so muß die Beschreibung, dieuns von ihm gegeben wird, unserer Fassungskraft ange-messen seyn, um von uns verstanden zu werden. Die Artder Herablassung zu uns besteht darin, daß er sich also unsdarstellt, nicht wie er an sich ist, sondern wie er von unsbegriffen wird. Obwohl entfernt von jeglicher Leidenschaftund Affekt bezeugt er, daß er den Sündern zürne. Wie wir alsowenn wir von einem Zürnen Gottes hören uns nicht irgendeine Bewegung in ihm denken dürfen, sondern vielmehr solcheRedeweise als eine von unserer Empfindung entlehnte an-sehen mfissen, indem Gott, so oft er sein Gericht ausübt,gleichsam einen Zürnenden darstelle; so müssen wir auchuuter dem Worte Reue nichts anders verstehen, als Ab-änderung des Geschehenen, weil die Menschen durch Ver-änderung dessen was sie gethan haben, anzudeuten pflegen,daß es ihnen mißfalle. Weil nun jegliche Abänderung beiden Menschen eine Verbesserung desjenigen bezweckt, wasihnen mißfällt, und die Verbesserung aus Reue (Mißfallen)entspringt, so wird durch das Wort Reue das bezeichnet,was Gott in seinen Werken ändert. Indessen wird wedersein Rathschluß, noch sein Wille, noch Neigung verwan-delt, sondern, was er von Ewigkeit vorgesehen, gebilligt,beschlossen hatte, verfolgte er in stetem Gleichmaße, wieauch die plötzliche Umwandlung den Augen der Menschenerscheint.
14, Wenn nun die heil. Schrift erzählt, wie den Ni-neviten, der schon verkündete Untergang erlassen, und demHiskias nach Ankündigung des Todes sein Leben verlängertsey, so lehret sie nicht, daß die Rathschlüsse Gottes aufge-hoben worden. Welche so denken, mißverstehen die Ankün-digungen, welche, obwohl sie schlechtweg bejahen, dennocheine geheime Bedingung in sich enthalten, wie aus dem Er-folg selbst einleuchtet. Denn warum sandte der Herr denJonas') zu den Ninevitcn, um ihnen den Untergang der
1) Ion. 3, 10.