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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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210
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Propheten rauchende Keucrbrändc genannt'!, die nur einenmäßigen Rauch aushauchen könnten. So wird Pharao, al-len furchtbar durch Macht, Stärke und Hcercsmcnge selbsteinem Seeungeheuer, seine Truppen den Fischen verglichen.Also verkündet Gott, daß er den Anführer und sein Heermit seinem Hamen fangen und wohin es ihm beliebe, zie-hen werde. Endlich, um nicht langer hicbci zu verweilen,wird man leichtlich erkennen, daß Uukundc der Vorsehungein äußerstes Elend sey, in Erkenntniß derselben aber großeSeligkeit liege.

12. Ueber die Vorsehung Gottes, sofern sie zum Un-terricht und Trost der Gläubigen gereicht (denn zur Befrie-digung eiteler Ncugierdc kann nichts genügen und ist auchnicht zu wünschen), würde genug gesagt seyn, wenn nichtetliche wenige Stellen anzudeuten schienen, daß, dem ent-gegen, was wir oben gelehrt haben, der Nathschluß Gottesnicht fest und unabänderlich bestehe, sondern Nach demVerhältnisse niederer Dinge veränderlich sey.-) Vorerst wirdzuweilen einer Reue Gottes erwähnt, wie daß ihn die Er-schaffung des Menschen gereut habe, Saul's Erhebung zurKönigswürde, daß ihn des Unglücks, womit er sein Volkzu züchtigen beschlossen hatte, gereuen werde, sobald er ei-ne Umkehr desselben bemerken würde.^

Ferner werden einiger Abänderungen seiner Beschlüsseerwähnt. Durch den Jonas hat er den Nineviten verkün-det, daß nach 40 Tagen Ninivc untergehen werde, unddoch wurde er bald darauf durch ihre Reue zu einem gnä-diger« Verhalten bewogen. Dem Hiskias hatte er durchden Mund des Jesaias den Tod angekündct, doch ließ erdurch dessen Thränen und Bitten sich bewegen, ihn zu ver-zögern. Hieraus folgern viele, Gott habe nicht nach ewi-gem Nathschluß die Schicksale der Menschen bestimmt, son-dern beschließe »ach eines jeden Verdienst, oder jenachdcm

1) Jes. 7, 4. 2) t Mos. 6, 6. 3) 1 Sam. IS, 11. Jerem. 18, 8.Jonas 3, 4 U. 10. Jes. 38, 1 u. 5. 2 Kön. Zy, i u. S.