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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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199
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Dazwischcnkunft des göttlichen Willens. Warum also, sa-gen sie, soll ein Dieb bestrast werden, der denjenigen be-raubte, welchen der Herr mit Armuth züchtigen wollte?Warum der Mörder, der den tödtete, dessen Lebenszeit derHerr bestimmt hatte? Wenn alle diese dem Willen Gottesdienen, warum sollen sie gestraft werden? Aber eben dasleugne ich, daß sie dem Willen Gottes dienen. Denn wirwerden nicht zugeben, daß derjenige, dem sein böser Sinntreibt, Gottes Befehlen Gehorsam leiste, da er nur seinerboshaften Begierde folgt. Derjenige gehorchet Gott, der,von seinem Willen belehrt, dahin strebet, wohin er vonihm gerufen wird. Wodurch werden wir aber belehrt, alsnur durch sein Wort? Folglich haben wir beim Handelnauf den Willen Gottes zu sehen, den er uns in seinemWorte kund thut. Das allein fordert Gott von uns, waser uns gebietet. Wenn wir also etwas gegen sein Gebotunternehmen, so ist dieß nicht Gehorsam, sondern Widcr-spanstigkeit und Uebertretung. Ahcr, wenn er es nichtwollte, könnten wir es nicht thun. Ich gebe es zu. Aberthun wir das Böse zu dem Zweck, um ihm Gehorsam zuleisten? Er gebietet uns ja solches kcineswegcs, vielmehr ohnezu bedenken, was er will, und unsern Begierden wie wü-thend hingegeben, lassen wir uns hinreißen, vorsetzlich ihmzu widerstreben. Auf solche Weise dienen wir, indem wirböse handeln, seiner gerechten Fügung, weil er nach seinerunermeßlichen Weisheit böser Werkzeuge zum gut handelnwohl zu gebrauchen weiß. Siehe nun, wie abgeschmackt ihreFolgerung sey: sie wollen Frevel ungestraft hingehen lassen,weil sie unter Gottes Zulassung verübt worden. Ich gebenoch mehr zu: daß Diebe, Mörder und andere UcbelthäterWerkzeuge der göttlichen Vorsehung sind, deren der Herrsich zur Vollziehung seiner beschlossenen Gerichte bedient.Aber daß daraus ihren Uebelthatcn irgend eine Entschuldi-gung zufließe, das leugne ich. Denn, wie sollten sie Gottmit sich in ihre eigene Bosheit verwickeln oder ihre Gott-losigkeit mit seiner Gerechtigkeit bedecke»? Keines von bei-