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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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wenn er uns Gefahren andeutet, daß wir sie meiden; undwenn er uns Heilmittel anweiset, daß wir sie nicht ver«schmähen sollen.Aber keine Gefahr wird mich treffen, alsdie von dem Schicksal nothwendig bestimmte, welche durchalle Mittel nicht bekämpft werden kann." Wie aber, wennebendarum die Gefahren keine nothwendig bestimmten sind,weil der Herr dir Mittel gegeben hat, sie abzuwenden oderzu besiegen; wie willst du deine Folgerung mit der göttli-chen Anordnung vereinigen? Du schließest, man brauchesich vor keiner Gefahr zu hüten, weil, wenn sie nicht einevorherbestimmte sey, wir derselben ohne Vorsicht entgehenwerden; der Herr aber macht es dir eben deßhalb zur Pflichtdich zu Huten, weil er nicht will, daß sie eine dich noth-wendig treffende seyn soll. Jene Tollhäusler bedenken nicht,was doch vor Augen liegt, daß der Herr die Menschen mitdem Vermögen sich zu berathen und zu hüten begabt hat,um in der Erhaltung ihres eigenen Lebens seiner Vorsehungzu dienen, so wie sie hingegen durch Vcrsäumniß und Träg-heit die Uebel, die er damit verbunden hat, sich zuziehen.Denn woher anders kömmt es, daß ein vorsichtiger Manndurch Sorgfalt drohenden Gefahren sich entzieht, ein Thoraber durch unbcdachtsamc Verwegenheit sich ins Unglück stürzt,als weil sowohl Tharheit als Klugheit Werkzeuge göttlicherOrdnung sind zu beiderlei Erfolg. Darum hat Gott allesZukünftige vor uns verborgen, damit wir uns auf dasZweifelhafte gefaßt halten, und nicht versäumen, die berei-teten Mittel anzuwenden, bis wir oder jenes den Siegdavon getragen. Darum bemerkte ich zuvor, daß die Vor-sehung Gottes nicht immer nackend eintrete, sondern jenach-dem sie Gott gewissermaßen mit den angewendeten Mittelnbekleidet.

5. Ebendieselben stellen die Ereignisse der Vergangenheitverkehrter und unbedachtsamcr Weise unter die unmittelba-re Vorsehung Gottes. Denn weil von derselben Alles, wasgeschiehet, abhängt, so werden folglich, sagen sie, wederDiebstahl noch Ehebruch, noch Mordthaten vollbracht ohne