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ehren. Diese Erhabenheit wird auch, um uns zu dcmnthi-gen in dem Buche Hiob gepriesen. Denn nachdem der Ver-fasser den Bau der Welt von allen Seiten betrachtet unddie Werke Gottes erwogen hat, fügt er hinzu H: „Sehet,also gehet sein Thun; aber davon haben wir eingeringes Wörtlein vernommen." Auf dieselbe Wei-se unterscheidet er att einem andern Orte zwischen der Weis-heit, die in Gott wohnet, und derjenigen Weisheit, die erden Menschen geboten. Denn, nachdem er von den Ge-heimnissen der Natur geredet hat, sagt er, daß die Weis-heit Gott allein bekannt sey, aber unsichtbar vor den Au-gen aller Lebendigen. Aber bald darauf setzt er hinzu, siesey offenbart, damit der Mensch sie erforsche: weil demMenschen gesagt sey: „Siehe, die Furcht Gottes istWeisheit." Hierhin zielet Augustinus Ausspruch; weilwir nicht alles erkennen, was Gott in bester Ordnung anuns thut, so handeln wir blos im guten Willen nach demGesetz, in andern aber werden wir nach dem Gesetze behan-delt, weil seine Vorsehung ein unabänderliches Gesetz sey.Also, da Gott das Recht die Welt zu regieren, als einuns unbekanntes, sich vorbehält, so sey es Gesetz unsererDemuth und Bescheidenheit, seiner höchsten Gewalt uns zuunterwerfen, so daß sein Wille uns als einzige Regel sei-ner Gerechtigkeit und als die gerechteste Ursache aller Din-ge gelte. Nicht jener absolute Wille, wovon die Sophistenschwatzen, welche mit gottloser Zcrspaltung seine Gerech-tigkeit von seiner Allmacht trennen, sondern jene alles lei-tende Vorsicht, von welcher nichts als lauter Gutes kommt,mögen uns Grund und Weise noch so verborgen seyn.
3. Die solche Demuth besitzen, werden weder über Uu-glücksfälle gegen Gott murren, noch auch die Schuld derFrevel auf ihn werfen, wie Agamemnon beim Homer: „Ichbin dessen nicht Schuld, sondern Zeus und dasSchicksal— oder wie jener Jüngling beim Plautus,
t) H'°b. 26, 44. 2) Hiob. 28, 21. 28,