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lichc Güte und Wohlthätigkeit Gottes, oder sein richtenderErnst in dem ganzen Gange der Vorsehung hervorleuchtet,doch zuweilen die Ursachen der Ereignisse so verborgen blei-ben, daß uns der Gedanke beschleichen könnte, die mensch-lichen Schicksale würden durch blinden Zufall gewalzt undgewendet, oder das Fleisch uns zum Dreinreden reizet, alsob Gott mit den Menschen, wie mit Ballen sein Spiel trei-be. Freilich, wenn wir gelassenes Herzens und bereit wä-ren, Lehre anzunehmen, so wurde durch den Ansgang unsoffenbar werden, wie Gott überall den weisesten Weg wäh-le, entweder die Seinigen Geduld zu lehren, oder ihre bö-sen Neigungen zu bessern und ihren Muthwillcn zu zähmen,oder zur Selbstverläugnung zu führen, und sie aus demSchlaf zu wecken, ferner die Stolzen zu demüthigen, dieTücke der Gottlosen zu vernichten und ihre Rancke zu zer-streuen. Jedoch wie unbekannt uns seine Absichten auchseyn mögen, wir müssen gewiß seyn, daß sie in ihm ver-borgen sind, und mit David ausrufen: „Groß sind, oGott, deine Wunder und deine Gedanken, diedu an uns beweisest, Dir ist nichts gleich. Willich sie verkündigen und davon sagen, so sind sienicht zu erzählen/") Denn obgleich wir in Trübsalenimmer unserer Sünden gedenken müssen, auf daß die Stra-fe uns zur Reue locke; so sehen wir doch, wie Christusdem geheimen RathschluUdes Vaters mehr Recht!zugesteht,als der Züchtigung eines jeden, nachdem er es verdientbat. Denn von dem Blindgebornen sagt er.") „Nicht die-ser hat gesündigt noch seine Eltern, sonderndaß dieWerkeGottcs offenbar würden an ihm."Hier sträubet sich das Gefühl, wo das Unglück selbst demGeburtstage vorhergeht, als ob Gott ohne Gnade Unschul-dige so hart behandle. Dennoch bezeuget Christus, daß indiesem',Ereigniß seines Vaters Herrlichkeit hervorleuchte, wennnur unsere Augen helle wären. Uns geziemt Demuth, die Gott
1) Ps. 40, 6. 2) Joh. 9, 3.