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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
188
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t.88

dem von ihm bestimmten Ziel führen müßen. Wie! sprichstdu, nichts sollte zufällig, nichts von ungefähr geschehen?Ich antworte mit dein großen Basiltus: Glück und Zufallsind Heidenwörter, frommer Seelen unwürdig. Denn wennjegliche Wohlfahrt Gottes Segen ist, jegliches Mißlingenund Unheil Unsegen; so können Glück und Zufall in mensch-lichen Dingen nicht Raum finden. Auch verdient AugustinsAusspruch Beherzigung:Es verdrießt mich, sagte er, daßich in den Büchern gegen die Akademiker, mich des Wor-tes Glück (kartuna) so oft bedient habe, ohwohl ich nichteine Göttin, sondern den zufälligen Erfolg der Dinge inäußern, Gütern oder Uebeln, wollte darunter verstandenwissen." Daher auch jene Wörter: zufällig, durch Zufall,von ohngefähr u. dcrgl., welche auszusprechen keine Reli-gion verbietet, die aber durchaus auf die göttliche Vorse-hung bezogen werden müssen. Auch dieß habe ich nicht ver-schwiegen, als ich sagte: Vielleicht wird, was man gewöhn-lich Glück (korcuna) nennt, auch nach verborgener Ord-nung regiert, und unter Zufall verstehen wir nichts an-ders, als dessen Grund und Ursache wir nicht wissen. Dießhabe ich zwar gesagt, aber mich gereuet, hier des WortesGlück mich bedient zu haben, indem die Menschen in üblerGewohnheit statt: So hat es Gott gewollt, zu sagen pfle-gen: So hat es das Glück gewollt. Ebenso lehrt er anmehreren Orten, wenn man dem Glücke Raum gestatte, sosey die Welt dem blinden Zufall hingegeben. Und wenner auch irgendwo behauptet, alles geschehe theils durchfreien Willen des Menschen, theils durch Gottes Vorsehung,so zeigt er doch bald hernach, daß der letzter« alle Men-schen untergeben seyen und von derselben regiert werden,und setzet als Grundsatz, nichts sey, abgeschmackter, als dieAnnahme, es geschehe etwas ohne Gottes Anordnung, weiles durch Zufall geschehen würde. Wenn er aber von Zu-lassung redet, erweiset er, daß Gottes Wille die höchsteund erste Ursache aller Dinge sey, indem nichts ohne sei-nen Befehl oder Zulassung geschehe. Gewiß stellt er Gott