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Speise gebe den jungen Raben die ihn anrufen^); aberwenn Gott selbst den Thieren Hunger droht, erklärt crdadurch nicht, daß er bald mit geringerem, bald mit grö-ßerem Vorrath, nach seinem Wohlgefallen dieThiere ernäh-re. ES ist kindisch, solches, wie schon gesagt, auf beson-dere Fälle zu beschränken, da Christus ohne Ausnahmesagt°), daß kein einziger, werthloser Sperling auf die Er-de falle ohne den Willen des Vaters. Wenn selbst der Flugder Vögel von gewissem Rathschluß Gottes geleitet wird, somüssen wir doch wohl mit dem Propheten bekennen^), erwohne also in der Höhe, daß er sich herablasse um zu se-hen, was im Himmel und auf Erden geschieht.
6. Aber, weil wir wissen, daß die Welt vorzüglich umdes menschlichen Geschlechts willen geschaffen ist, so müssenwir auch in dessen Regierung besonders auf diesen End-zweck achten. Deshalb spricht der Prophet Jeremias:„Ich weiß, Herr, daß des Menschen Thun stehetnicht in seiner Gewalt, und stehet in NiemandesMacht, wie er wandle und seinen Gang richte."Und Salomo:') „Jedermanns Gänge kommen vondem Herrn; welcher Mensch versteht seinenWeg?" Mögen sie nun noch sagen, der Mensch habe sei-ne bewegende Kraft seiner Natur gemäß von Gott, er selbstaber lenke seinen Gang, wohin es ihm gut dünke. Wäredieß gegründet, so stünde die freie Wahl seiner Wege beidem Menschen. Sie werden dieß vielleicht verneinen, in-sofern er nichts ohne Gottes Macht vermöge. Aber da derProphet und Salomo nicht blos die Macht, sondern auchdie Erwählung und Bestimmung Gott zuschreiben, so kön-nen sie sich nicht herauswickcln. Diese Anmaßung der Men-schen, welche ein Ziel ohne Rücksicht auf Gott sich vorsetzen,als ob sie nicht von seiner Hand geführt würden, straftSalomo anderswo, wenn cr spricht:°) Der Mensch se-
il Ps. 106, 9. 2) Match. 10, 2V. 3) Ps- 113, S. 6. 4) Jer. 10, 23.S) Spr. 20, 24. 6) Spr. 16, 1.