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den Trümmern das Gebäude, und in der Zerrüttung die pas-senden Fugen suchten. Als Grundsatz hielten sie fest, derMensch könne kein vernünftiges Wesen seyn ohne freie Wahldes Guten und Bösen; dabei fiel ihnen ein, der Unterschiedzwischen Tugend und Laster würde aufgehoben, wenn nichtder Mensch nach eigener Bestimmung sein Leben ordne. Ganzrichtig bis hiehin, wenn keine Veränderung in dem Menschenvorgegangen wäre; aber da diese ihnen verborgen blieb, ist 'nichtzu verwundern, wenn sie Himmel und Erde vermengen. Wel-che aber, sich für Christi Jünger bekennend, bei dem Verderb,ten in geistiges Elend versenkten Menschen auch den freienWillen suchen und so zwischen die Meinungen der Philosophenund die himmlische Lehre sich theilen, irren gänzlich, so daßsie sowohl den Himmel als die Erde verfehlen. Aber hicvonbesser an seinem Orte. Jetzt haben wir nur das zu merken,daß der Mensch in seiner ersten Schöpfung ganz anders ge-wesen, als alle seine Nachkommenschaft, welche, von demVerderbten entsprossen, von ihm die Vcrdcrbniß zum Erbeempfangen hat. Denn alle und jede Theile der Seele warenin Rechtschaffcnhcit gebildet, und es bestand Gesundheit desVerstandes und zur Wahl des Guten ein freier Wille. Wollteman einwenden, das Vermögen sey, weil es schwach war,dem Falle blosgestcllt gewesen; so war doch dessen Maß starkgenug, alle Entschuldigung zu heben; denn es konnte Gottnicht zum Gesetz gemacht werden, den Menschen also zu schaf-fen , daß er durchaus nicht sündigen konnte oder wollte. Zwarwäre eine solche Natur vortrefflicher gewesen; aber von Gottfordern, daß er solche dem Menschen hätte gewähren sollen,würde mehr als ungerecht seyn, da es in seinem Willen stand,wie viel er geben wollte. Warum er ihn aber nicht mit derKraft der Beharrlichkeit unterstützt hat, liegt in seinem Ra-the verborgen, uns geziemet mit Bescheidenheit klug zu seyn.Das Können hatte er empfangen, wenn er wollte; aber erhatte nicht das Wollen, damit er konnte: weil diesem Wol-len die Standhaftigkeit gefolgt wäre. Doch ist, wer so vielcmpficng, daß er sich ans freien Stücken das Verderben zu-