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ob nicht auch die Vernunft selbst mit sich im Streit läge und ibreGedanken und Beschlüsse sich untereinander, wie feindliche Heerebekämpfen! Aber da diese Störung in der Verdcrbtheit der Na-tur ihren Grund hat, so würde man fälschlich daraus folgern,cS gebe zwei. Seelen, weil ihren Vermögen, Glcichmaaß undEintracht fehlt. Ueber die Vermögen selbst ins feine zu reden,überlasse ich den Philosophen, uns wird zur frommen Erbau-ung eine einfache Beschreibung genügen. Ich gestehe dem, wassie lehren und mit Gcschicklichkcit darstellen gern die Wahrheitzu, und halte es nicht blos für angenehm zn wissen, son-dern auch für nützlich, und rathe daher den Lernbegierigensolches Studium nicht ab. Ich gebe also vorerst zn, daß esfünf Sinne giebt, welche Plato Organe zn nennen vorzieht,wodurch dem gemeinsamen Sinn, gleich als einem Behälter,alle Objecte zugeführt werden; dem folgt die Phantasie, diedas von dem gemeinsamen Sinn erfaßte beurtheilt; darnachdie Vernunft, welcher das allgemeine Urtheil zusteht; endlichdas Gemüth, welches mit ruhigem unbewegten Hinblick be-schauet, was die Vcrnust im Fluge zu erfassen pflegt. DemGemüthe, der Vernunft, der Phantasie, als den drei erken-ne! den Vermögen der Seele entsprechen drei begehrende: derWille, welcher begehret, was Gemüth und Vernunft darbie-ten; das Vermögen zn zürnen, welches ergreift, was von derVernunft und Phantasie gegeben wird, die Kraft zu begehren,welche das von der Phantasie und den Sinnen dargeboteneersaßt. Dieses wie wahr oder wahrscheinlich es seyn mag,übergehe ich, weil ich befürchte, daß es durch seine Dunkel-test mehr Verwirrung als Nutzen gewahren möge. Will je-mand auf andere Weise die Vermögen der Seelen eintheilen,als in ein begehrendes, welches, obwohl selbst ohne Vernunft,doch der Vernunft gehorcht, und ein erkennendes, welches ansich selbst der Vernunft angehört, so habe ich nichts dagegen.Auch widerstreite ich nicht, der Annahme von drei Grnnd-kräftcn,, nämlich Sinn, Verstand, Bcgchrungsvcrmögcn.Aber wir wollen lieber eine Eintheilnng wählen, die allen be-greiflich ist, aber bei den Philosophen nicht gesucht werden