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chcm Ungeheuer sich entsetzen? Paulus sagt zwar nach demAratus, wir seyen göttliches Geschlechts '); aber er redet nichtvvn der Substanz, sondern von der Qualität, nämlich in sofern er uns mit göttlichen Gaben geschmückt hat. Des Schö-pfers Wesen zerstückeln, so daß jeder einen Theil besitze, istdoch übermaßiger Unsinn. Also setzen wir als gewiß, daß dieSeelen, obwohl ihnen das Ebenbild Gottes eingeprägt ist,nicht minder als die Engel, geschaffen worden sind. Schö-pfung aber ist nicht Ausfluß, sondern Beginn des Daseynsaus Nichts. Und wenn der Geist von Gott gegeben ist, undnachdem er das Fleisch verlassen, zu ihm zurückkehrt, so darfman deßhalb nicht behaupten, er sey aus seinem Wesen ge-nommen. Aber auch hier hat Osiandcr, durch seine Träume-reien verleitet, sich in einen gottlosen Irrthum verwickelt, in-dem er das Ebenbild Gottes in dem Menschen nicht anerkennt 'ohne wesentliche Gerechtigkeit, als ob Gott durch die unschätz-bare Kraft seines Geistes uns sich nicht gleichförmig machenkönnte, ohne das Christus wesentlich in uns übergehe. Wel-chen Anstrich auch Einige diesen Gaukeleien zu geben ^suchen,so werden sie doch nie die Augen verständiger Leser so ver-blenden, daß sie den Irrthum der Manichäer hier nicht ge-wahrten. lind wo Paulus von der Herstellung des göttlichenEbenbildes redet, läßt sich leichtlich aus seinen Worten schlie-ßen, daß der Mensch nickt durch Einfluß Gott ähnlich gewe-sen sey, sondern durch die Gnade und Kraft des Geistes.Denn er sagt-), daß, indem Christi Klarheit sich in uns spie-gele, würden wir verklärt in dasselbige Bild als vvn demGeiste des Herrn, welcher sicherlich so in uns wirkt, daß eruns Gott gleichförmig macht.
6. Es wäre thörigt die Bestimmung des Wesens der Seelevon den Philosophen zu entnehmen, deren fast keiner, Plato aus-genommen, Unsterblichkeit ihr gründlich zuerkannt hat. Zwar re-den auch andere Sokraliker davon, jedoch so daß Keiner offendas lehrt, wovon er selbst nicht überzeugt war. Deßhalb ist
1) Apstg. 17, 28. 2) 2 Kor. 3, 18.