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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
160
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uigcn, was wir zu unserm Heil bedürfen, werde Mangel leidenlassen, ans das wir unsere Hoffnung auf nichts anders setzen:daß wir bei allen unsern Wünschen unsere Blicke allein ausihn richten; jegliches Gute, das uns zu Theil wird, als fei-ne Wohlthat und Gabe erkennen, und ihm dafür Dank sa-gen : daß wir, gereizt durch die Lieblichkeit solcher Güte undMilde, ihn von ganzem Herzen zu lieben und zu verehrenuns bestreben.

Kapitel XV.

Bon der Erschaffung des Menschen; von seinen geistigen Fähigkeiten, demEbenbilde Gottes, freien Willen, und von der ursprünglichen Unschuldseiner Natur.

Jetzt müssen wir voll der Erschaffung des Menschen re-den: nicht blos, weil er unter allen Werken Gottes das edel-ste, nnd das anschaulichste Bild seiner Gerechtigkeit, Weisheitund Güte ist; sondern weil, wie wir anfangs gesagt haben,Gott nicht völlig kann von nns erkannt werden, ohne die Er-kenntniß unser selbst. Obwohl nun diese doppelter Art ist,nämlich daß wir wissen, wie wir im ersten Ursprung erschaf-fen sind, und wie unser Znstand nach Adams Fall zu seynbegonnen habe (denn es würde uns wenig nützen, unsere Er-schaffung zu wissen, wenn wir nicht auch aus diesem trauri-gen Fall die Vercerbniß und Schmach unsers Wesens erkann-ten), so wollen wir uns doch jetzt mit der Betrachtung unse-rer Natur im Ganzen begnügen. Und fürwahr es ist der Mü-he werth, ehe wir zu jenem traurigen Zustand des Menschenkommen, zu erforschen, wie er in seinem Ursprung beschaffengewesen. Denn wir müssen uns hüten, daß wir, indem wirnur die natürlichen Uebel des Menschen genau darstellen, sienicht dem Urheber der Natur bcizumcsscn scheinen; sintemalen