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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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mit frommer Andacht zu erwägen, zu welchem Ende Gott sieerschaffen. Um also mit wahrem Glauben zu erfassen, waswir von Gott zu erkennen vermögen, müssen wir vor allenan die Geschichte der Wcltcrschaffnng uns halten, wie sie vonMose kürzlich erzählt und darnach von heiligen Männern, be-sonders Vasilius und Ambrosins, weiter entwickelt ist. Da-raus werden wir lernen, wie Gott durch die Krack seinesWortes und Geistes Himmel und Erde erschaffen, darnach dieThiere und alle Arten lebloser Dinge hervorgebracht, in wun-derbarer Ordnung die unzählbare Menge der Geschöpfe ge-schieden, einer jeden Art ihre eigenthümliche Natur einge-pflanzt, ihre Wirksamkeit, Stand und Wolnort angewiesen,und, da alle der Vergänglichkeit unterworfen sind, doch ge-sorgt hat, daß alle Arten bis zum jüngsten Tage fortdauern.Wie er folglich einige in geheimer Wei e pfleget und ihnenzu Zeiten gleichsam neue Lebenskraft einflößet, andern die Fä-higkeit sich fortzupflanzen verliehen hat, damit sie nicht in ih-rem Untergange ganzlich untergehen. Wie er also Himmel undErde mit dem möglichst vollkommnen Reichthum, Mannigfaltig-keit, Schönheit aller Güter, gleichwie ein geraumes und herrli-ches mit dem auserlesensten und reichsten Geräthe versehenesund angefülltes Haus, wundcrbarlich geschmückt hat. Endlich,wie er durch Bildung des Menschen, welchen er mit Schönheitund Würde und so vielen und großen Gaben auszeichnete,das Meisterstück seiner Werke dargestellt hat. Jedoch, weil esnicht mein Zweck ist, die Schöpfung der Welt zu erzählen,mag es genug seyn, dieses Wenige im Vorbeigehen erwähntzu haben. Denn es ist, wie gesagt, besser, ans Mose undAndern, welche die Geschichte der Welt treu und sorgsam be-schrieben haben, sich eine genauere Erkenntniß dieses Gegen-standes zu erwerben.

21. Auch bedarf der Zweck und die Absicht der Betrach-tung der Werke Gottes keiner weiteren Erörterung, da zumTheil schon anderswo diese Frage entwickelt ist, und sofernsie hier in Betracht kommt, mit wenig Worten beendigt wer-den kann. In der That, wollte man würdiglich darstellen,