Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

150

der Trägheit hingeben. Daß aber oft mir ein einziger Sa-tan oder Teufel angeführt wird, geschieht nm das Fürsten-thnm der Bosheit anzuzeigen , welches dem Ncicbe der Gerech-tigkeit widerstrebt. Denn so wie die Kirche und die Gesell-schaft der Heiligen Christum zum Haupte hat; so wird uns ^der Haufe der Gottlosen und die Gottlosigkeit selbst in ihremHaupte dargestellt, als der hier die höchste Herrschaft behaupte. sDeßhalb heißt es: «gehet ihr Verfluchten, in dasewige Feuer, welches bereitet ist dem Teufel undseinen Engeln. «^)

15. Auch das muß uns zu stetem Kampf mit dem Teu-fel anfeuern, daß er überall Gottes und unser Feind genanntzvird. Denn, wenn uns, wie billig, die Ehre Gottes amHerzen liegt, so müssen wir gegen denjenigen aus allen Kräf-ten streiten, der ihre Vertilgung beabsichtigt. Wenn wir fürdie Behauptung des Reiches Christi, wie wir sollen, beseeltsind, so müssen wir nothwendig einen unversöhnlichen Kriegmit dem Haben, der sich zum Umsturz desselben verschworenhat. Ferner, 'wenn unser eigenes Heil uns theuer ist, sodürfen wir weder Friede noch Waffenruhe mit dem schließen,der stets zum Verderben uns nachstellt. So wird er im drit-ten Kapitel der Genesis beschrieben, wo er den Menschen vondem Gott schuldigen Gehorsam verleitet, um zugleich Gottseiner gerechten Ehre zu berauben und den Menschen in's Ver-derben zu stürzen. Also auch in dem Evangelium^), wo erFeind genannt und von ihm gesagt wird, daß er Unkrautsäe, um den Samen des ewigen Lebens zu verderben. Kurz,was Christus von ihm zeuget, daß er von Anfang an ein Mörderund Lügner gewesen, erfahren wir in allen seinen Werken, st)Denn mit Lügen bekämpft er Gottes Wahrheit, verdunkeltdas Licht mit Finsterniß, führt der Menschen Seelen in Irr-thümer , erwecket Haß, erregt Zwiespalt und Hader, alles umGottes Reich zu zerstören und die Menschen mit sich in dasewige Verderben zu versenken. Daraus erhellt, daß er von

1) Math. 2S, 41. 2) Matth. 13, 28. 3) Ioh. S, 44.