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he, nicht anders verstanden werden. Eben so, wenn Paulusden Timothcns vor Ehristo und den auserwähltui Engeln be-zeuget^), daß er seine Vorschriften halte; so deutet er nichtans Qualitäten oder Eingebungen ohne Substanz, sondern aufwirkliche Geister. Und eben so wenig kann das bestehen, waswir in dem Hebräcrbriefe lesen-), daß Christus viel bessergeworden als die Engel, daß ihnen die Welt nicht unterwor-fen sey, daß Christus nickt ihre, sondern menschliche Naturangenommen habe, wenn wir nicht diese Vergleichungen aufselige Geister beziehen. Auch erklart der Verfasser des ricfessich selbst 2), wenn er die Seelen der Gläubigen und die Engelzugleich in das Reich Gottes versetzt. Dahin gehört auck,was wir schon angeführt haben, daß die Engel der Kinderimmer das Angesicht des Vaters sehen, wir durch sie beschirmtwerden, sie sich über unser Heil freuen, die vielfache GnadeGottes in seiner Kirche bewundern, Christo dem Haupte un-terworfen sind. Desgleichen daß sie den heiligen Vätern inmenschlicher Gestalt so oft erschienen sind, mit ihnen geredethaben , von ihnen beherbergt worden. Und Christus selbst wirdwegen seiner Würde, die er in der Person des Mittlers be-hauptet, Engel genanntck) Dies mag genügen, die Einfäl-tigen gegen die tollen und thörigten Gedanken zu sichern, die,vor vielen Jahrhunderten vom Satan erweckt, dann und wannwieder emporkommen.
10. Noch müssen wir dem Aberglauben begegnen, der dar-aus zu entstehen pflegt, daß die Engel als Diener und Aus-theile? aller Güter an uns bezeichnet werden. Denn leichtlichverfällt nun die Vernunft des Menschen auf den Gedanken,es müsse ihnen deßhalb jegliche Ehre erwiesen werden. Sowird auf sie, was nur Gott in Christo gebührt, übertragen.So wurde vor einigen Jahrhunderten Christi Ehre verdun-kelt, dadurch daß man, wider Gottes Wort, die Engel mitunmäßigen Lobpreisungen erhob. Es ist einer der ältesten Jrrthü-
1) I.Mm.S, 21. 2) Hebr. 1. 4. u. 2, 1s. 16. 3) K. 12, 22. 4) I Pet.1, 12- Hebr. 1, 6- Ps. 97, 7. Mal. 3, 1.
Calvins Inst. 1r Bd. 1b)