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seyn nach der allgemeinen Meinung, daß jeglichem Gläubigensein Schutzengel angewiesen sey. Doch läßt sich sich hierauf er-wiedern , daß jedweder Engel verstanden werden könne, demder Herr Pctri Beschützung aufgetragen, ohne jedoch dessensteter Hüter zu seyn ; nach der gewöhnlichen Vorstellung, daß je-dem zwei Engel, ein guter und ein böser, gleich als verschie-dene Genien beigesellt seyen. Indeß verlohnt es nicht derMühe, ängstlich zu forschen, was zu wissen uns wenig nützenkann. Denn wenn es Jemanden nicht genügt, daß das ganzehimmlische Heer für unser Heil wacht; so sehe ich nicht ein,welchen Vortheil es ihm bringen könne, zu wissen, dcch einem Je-den sein eigener Engel beigegeben sey. Welche aber die Obhut,die Gott einem jeglichen von uns erweiset, auf Einen Engelbeschränken, thun sich selbst und allen Gliedern der Kirchegroßes Unrecht, als ob jene hülfreichcn Schaaren uns um-sonst verheißen wären, von welchen überall umgeben und be-schirmt wir desto muthiger kämpfen sollen.
8. Diejenigen, welche es wagen ihre Anzahl und Ord-nungen zu bestimmen, mögen sehen, welchen Grund sie haben.Michael wird« zwar bei Daniel ein großer Fürst genannt,und bei Judas ein Erzengel.') Paulus sagt^), es würde einErzengel seyn, der mit der Posaune die Menschen zum Ge-richte ruft. Aber wer kaun darnach die Ehrenstufen der En-gel bestimmen, sie nach Zeichen und Würden unterscheiden,ihnen ihre Posten und Stellungen anweisen? Auch die zweiNamen, welche in der Schrift vorkommen ^), Michael undGabriel, und wenn man den Dritten des Buchs Tobias da-zunehmen will, können, um unserm schwachen Begriffe ihreKraft anzudeuten, ihnen beigelegt scheinen, obwohl ich hierü-ber lieber nichts entscheiden mag. Was die Zahl betrifft, sohören wir Christum von Legionen reden, Daniel von Myria-den; Elisa's Diener sah volle Wagen, und es deutet auf einegroße Menge, wo es heißt, daß sie um die, so deu Herrn sürch-
l) Da». 12. 1. Zud. v. 9. 2) 1 Thess. 4, 16. 3) Dan. 10. 1, 13.2l. K. 8, 16- 9, 21. Sak. 1, 19. 26. Tob. 3, 17.