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Kapitel XIV.
Auch in der Erschaffung der Welt und aller Dinge unterscheidet dieSchrift durch sichere Merkmale den wahren Gott von den Götzen.
Obwohl Jesaias den Götzendienern mit Recht ihre Ver-blendung vorwirft, daß sie aus dem Bau der Erde und demUmfang der Himmel nicht gelernt haben, welcher der wahreGott sey; so bedürfte es doch um unsres schwachen und blöd-sichtigen Verstandes willen, und damit die Glaubigen nicht zuden Erdichtungen der Heiden verfielen, einer genauern Darstel-lung des wahren Gottes. Je nichtiger die Erklärung ist, wel-che bei den Philosophen noch für die erträglichste gehaltenwird, daß Gott die Seele der Welt sey, um so nothwendigerwird eine vertrautere Erkenntniß seyn, damit wir nimmer imUngewissen schwanken. Darum ist uns eine Geschichte derSchöpfung gegeben, damit auf diese gestützt die Kirche nachkeinem andern Gott fragen möchte, als welchen uns Mosesals den Gründer und Schöpfer der Welt verkündet. Hierwird vorerst die Zeit angegeben, um die Gläubigen in einerfortgehenden Reihe von Jahren auf den ersten Ursprung desmenschlichen Geschlechts und aller Dinge zurückzuführen. Die-se Erkenntniß ist besonders nützlich, nicht blos um den aben-theuerlicheu, in Aegypten und andern Erdstrichen ehemals ver-breiteten Fabeln zu begegnen, sondern auch damit ans demerkannten Beginn der Welt die Ewigkeit Gottes desto Hellerhervorleuchte und uns zur Bewunderung erhebe. Unwürdigaber von uns betrachtet zu werden ist jener gemeine Hohn,welcher fräLt, warum Gott nicht früher beschlossen, Himmelund Erde zu erschaffen, und er einen Raum vieler Jahrtau-sende unthätig habe verstießen lassen, da doch die Dauer der zushrcm Ende sich neigenden Welt noch keine sechstausend Jahre
1) Jes. 40/ 2l.