sten Bcdenklichkeiten giebt er an, warum er von jenen abzll-gchcn sich gezwungen fühle. Auch vcrhelct er nicht, wenn erbei andern über diesen Gegenstand etwas Zweideutiges oderDunkles gefunden hat. Wenn aber jene die Lehre bestreikn,so niinmt er als eingestanden an, daß sie seit dem äußerstenAlterthum ohne Streit angenommen sey. Und daß ihm nichtverborgen war, was andere vorher gelehrt hatten, erhelltaus dem einen Worte, wo er sagt, in dem Vater sey die Ein-heit. Werden sie sagen, er habe sich selbst vergessen? Aberan einem andern Orte reinigt er sich von diestm Vorwurf,wo er den Vater den Anfang der ganzen Gottheit ncnnr, weiher von keinem ist; indem er nämlich weislich erwagt, daßdem Vater insbesondere der Name Gottes werde beigelegt weil,wenn nicht mit ihm begonnen wird, die einfache EinheitGot-tes nicht gedacht werden kann. — Aus diesem wird, wie ichliesse, der fromme Leser die Nichtigkeit der Vcrläumdungen er-kennen, womit der Satan den Glauben und die reine Lehrezu verderben oder zu verfinstern gesucht hat. Ich glaube, denHauptinhalt dieser Lebre treulich dargestellt zu haben, wenn nurdie Leser ihrer Forschbegierde ein Ziel und Maß setzen und nichtin schwere und verworrene Streitfragen über Gebühr sich ein-lassen. Denn solche, die an unmäßigen Grübeleien ihre Lusthaben, zufrieden zu stellen, ist nicht meines Berufs. Gewißhabe ich nichts mit List und Vorbedacht Übergängen, wovonich geglaubt, daß es mir entgegen wäre; aber, da Erbauungder Kirche mein Zweck ist, schien es mir gerathener, manchesnicht zu berühren, was entweder wenig nützen, oder den Le-ser durch Uebermaß ermüden konnte. Denn wozu die Streit-frage , ob der Vater immer zeuge? da es thörigt ist, ein ewi-ges Zeugen zu dichten, nachdem es klar ist, daß von Ewig-keit drei Personen in Gott bestanden.
Druckschrift
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Seite
133
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