Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

seyn ein göttliches sey. Job frage ferner, wird da, wo Pau-lus Gott den allein unsterblichen, weisen und Wahn ästigen nen-net mit diesen Worten Christus in die Reihe der sterbli-chen , unweisen und lügenhaften Menschen versetzt? Wird al-so der nicht unsterblich seyn, der von Anbeginn das Lebenwar, um den Engeln die Unsterblichkeit zu geben? Wird ernicht weise seyn, der die ewige Weisheit Gottes ist? nichtwahrhaftig, der die Wahrheit selbst ist? Ich frage weiter, obsie glauben, daß Christus angebetet werden müsse. Den» wenner mit Recht sich dieses also zueignet, daß vor ihm alle Knieesich beugen sollen-), so folgt, daß er Gott ist, welcher indem Gesetze verboten hat, irgend jemand außer ihm anzubeten.Wenn sie, was bei Jesaias gesagt wird: »Ich bin es undNiemand außer mir--') blos auf den Vater beziehen wol-len, so wende ich diesen Ausspruch gegen sie selbst, da wirsehen, daß Christo alles was Gottes ist, beigelegt wird. Nich-tig ist auch ihr Einwurf, CRistus sey im Fleische erhöhetworden, in welchem er sich entäußert hatte, und in Hinsichtdes Flei ches sey ihm alle Herrschaft in Himmel und auf Er-den gegeben worden. Denn, obgleich die Majestät des Rich-ters und Königs auf die ganze Person des Mittlers sich er-streckt, so konnte er doch nicht, wenn Gott nicht im Fleischeoffenbaret worden wäre, zu solcher Höbe erhoben werden, oh-ne daß Gott sich selbst widerspräche. Diesen Widerspruch he-bet am besten Paulus, wenn er lehrt, er sey Gott gleich ge-wesen bevor er sich äußerte in Knechtcsgestalt.^) Und wiewürde es mit jener Gleichheit stehen, wenn er nicht der Gottgewesen wäre, dessen Name Iah und Jchovah ist, der überden Cherubim fahret, der der ganzen Erde König ist und Kö-nig der Welten! Mögen sie dagegen toben, Christo kannnicht entrissen werden, was Jesaias sagt: »Dieser, dieserist unser Gott, den wir erwartet haben;«') mitwelchen Worten er die Zukunft Gottes des Erlösers beschreibt.

1) 1. Tim. 1, 17. L) Phil. 2, 10. 3) Ies. 44. 6. 4) Phil. 2, 6. 7.5) Ies. 25, 9.