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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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entweder theilbar, oder dem Sohn entzogen werden, und soseines Wesens beraubt, nur ein Namen-Gott seyn. Glaubtman jenen Schwätzern, so kommt das Wesen Gottes blos demVater zu, sofern er allein es ist und dem Sohne sein Wesenmittheilt. Also würde die Gottheit des Sohnes ein von Got-tes Wesen Abgeleitetes, ein Theil des Ganzen seyn. Jetztmüssen sie nach ihrem Grundsatze zugeben, daß der Geist blosdes Vaters sey. Denn wenn er ein Ausfluß des ersten We-sens ist, welches nur dem Vater zukommt, so kann er nichtals des Sohnes Geist erkannt werden. Diesem widersprichtaber Pauli Zeugniß, der ihn Christi und des Vaters Geistnennet. Zudem, wenn aus der Trinitat die Person des Va-ters hinweg genommen wird, wodurch wird er sich denn vomSohne und Geist unterscheiden, als daß er selbst allein Gottist? Sie gestehen, Christus sey Gott und doch vom Vaterverschieden. So muß es auch ein Merkmal des Unterschiedesgeben, aus daß der Vater nicht Sohn sey. Die es in dasWesen setzen, vernichten offenbar die wahre Gottheit Cbristi,welche ohne das Wesen, und zwar das ganze, nicht seynkann. Wenigstens wird der Vater vom Sohn nicht verschie-den seyn, wenn er nicht etwas Eigenes in sich hat, was demSohne nicht gemeinsam ist. Was können sie nun angeben,ihn dadurch zu unterscheiden? Liegt die Unterscheidung in demWesen, so mögen sie antworten, ob er solches nicht dem Soh-ne mitgetheilt habe. Dieses aber konnte nicht zum Theil ge-schehen ; denn einen halben Gott schaffen, wäre Gräuel. Auchwürden sie auf solche Weise das Wesen Gottes schmählich zer-stückeln. Nur das Eine bleibt übrig, daß es ganz und un-zcrthcilt dem Vater und Sohne gemein sey. Ist dieses gegrün-det , so findet in Hinsicht desselben keine Unterscheidung des ei-nen von dem andern statt. Wenn sie einwenden, der Vaterbleibe nichtsdestoweniger durch Mittheilung des Wesens dereinige Gott, bei welchem das Wesen sey; so machen sie Chri-stum zu einem scheinbaren Gott, der es nur dem Namen nachist, nicht aber in der That und Wahrheit. Denn Gotte ist