Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

sen; desgleichen, der Geist sey der Schatten der Gottheit ge-wesen; so vernichtet er doch bald bcrnach Beider Gottheit,indem er behauptet, daß nach Maßgabe der Austheilnng so-wohl in dem Sohne als dem Geiste ein Theil Gottes sey, sowie derselbe Geist wesentlich in uns, und auch in Holz undSteinen, ein Theil Gottes ist. Was er von der Person desMittlers schwatzt, werden wir zu seiner Zeit sehen. Der aben-tbeuerliche Einfall aber, die Person sey nichts anders als ei-ne sichtbare Gestalt der Herrlichkeit Gottes, bedarf keiner lan-gen Widerlegung Denn indem Johannes sagt, daß der Lo-gos vor Schöpfung der Welt Gott gewesen sey, unterscheideter ihn weit von der Idee. Wenn aber auch damals und seitder äußersten Ewigkeit jener Logos, welcher Gott war, beidem Vater gewesen ist, und seine eigene Herrlichkeit bei demVater hatte'), so konnte er wahrlich nicht ein äußerer oderabbildendet Glanz seyn, sondern er muß nothwendig eine Per-son gewesen seyn, welche in Gott selbst wohnte. Und obwohldes Geistes nur bei der Wcltschöpfung erwähnt wird, so wirder doch daselbst nicht dargestellt als ein Schatte, sondern alsdie wesentliche Kraft Gottes, da Moses-) erzählt, jene nn-gestaltc Masse sey von ihm umschwebet und wie getragen.Daß also der ewige Geist immer in Gott gewesen, ward of-fenbar, als er die verworrene Materie Himmels und der Er-de pflegetc, bis Schönheit und Ordnung hinzukam. Gewißkonnte noch kein Bild oder Abdruck Gottes da seyn, wie Ser-vetus träumt. Anderswo kommt seine Gottlosigkeit noch of-fener zu Tage, wenn er behauptet, daß Gott sich dadurchsichtbar erwiesen habe, daß er nach seinem ewigen Rathschlußsich einen sichtbaren Sohn erwählet. Denn, wenn dieß wahrist, so bleibet Christo keine andere Gottheit, als in so ferner nach Gottes ewigem Rathschluß zum Sohne verordnet wor-den. Dazu gestaltet er die Gespenster, welche er an die Stel-le der Personen unterschiebt, so, daß er kein Bedenken trägt,Gott neue Zufälligkeiten anzudichten. Das ist aber vorfallen?

1) Ich. 17, 5. 2) 1. M°s. 1, 2.