Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

Namen dcs Vaters, und des Sohnes, und desheiligen Geistes.« Denn dies heißt ebensoviel, als aufden Namen dcS einigen Gottes getauft werden, welcher mitvollkommener Klarheit erschienen ist in dem Vater, Sohn undGeist. Woraus.also erhellet, daß in dem Wesen Gottes drei-Personen wohnen, in welchen der einige Gott erkannt wird.And fürwahr, da es dem Glauben nicht geziemt, hiehin unddahin zu blicken, und in mancherlei sich nmzutreiben, sondernaus den einen Gott zu schauen, an ihm zu haften, in ihm zubeharren; so folgt daraus leichtlich, daß, wenn es verschiede-ne Arten des Glaubens gäbe, auch mehrere Götter seyn müß-ten. Da nun die Taufe das Sakrament des Glaubens ist,so bestätigt sie uns dadurch, daß sie nur eine ist, die EinheitGottes. Daraus folgt auch, daß nur auf Einen Gott getauftwerden darf; weil wir den Glauben an den annehmen, indes-sen Namen wir getauft werden. Wenn also Christus befoh-len hat in dem Namen des Vaters, des Sohnes, und desheiligen Geistes zu taufen, was will er dann anders, als deneinen Glauben an den Vater, Sohn und Geist? Und heißedas nicht klärlich bezeugen, daß Vater Sohn und Geist EinGott sey? Da also fest stehet, daß Gott einer sey und nichtmehrere, so behaupten wir, daß das Wort und der Geistnichts anders sey, als Gottes Wesen selbst. Sehr thörigt fa-selten die Arianer, welche, die Gottheit des Sohnes anerken-nend, ihm Gottes Wesen (subswiriiairi) absprachen. Einähnlicher Wahnsinn plagte die Macedonianer, welche unter demGeist die über die Menschen ausgegossenen Gnadcngüter ver-standen wissen wollten. Denn, so wie Weisheit, Verstand,Klugheit, Muth, Furcht des Herrn von ihm kommen; so ister der eine Geist, der Weisheit, der Klugheit, des Muthes,der Frömmigkeit, und wird nicht nach Austheilung seiner Ga-ben selbst zertheilet; sondern, wie manigfaltig auch jene ver-theilt werden, er bleibet einer und derselbe, spricht derApostel,

1) Kor. 12, 11.