rcn Vollen, wenn sie solches nur nicht mit Uebcrmnth oderFrechheit oder boshafter Schalkbcit thun. Aber sie mögen auchbedenken, wie wir von Nothwendigkeit getrieben also reden,damit auch sie sich zu einer heilsamen Rcdcform allmalig be-quemen. Auch mögen sie lernen auf ihrer Huth seyn, daßsie, während von der einen Seite den Arianern und vonder andern den Sabellianern begegnet werden muß, undsie darüber zürnen, daß Beide in die Enge getrieben werden,nicht den Verdacht auf sich laden, sie selbst seyen Jünger desArius oder Säbcllius. Arius sagt Christus sey Gott;aber er murmelt, er sey erschaffen und habe einen An-fang gehabt. Er nennet ihn eins mit dem Vater, aberheimlich flüstert er den Scinigen in die Ohren, er sey ihm ver-einet, wie andere Gläubige, obwohl mit eigenthümlichem Vor-zug. Nenne ihn gleiches Wesens, und du ziehest dem Gauk-ler die Larve ab und fügest doch nichts zur Schrift hinzu. Sa-bellius spricht: Vater, Sohn und Geist deuten aufnichts Geschiedenes in Gott. Sprich: es seyen drei,und er wird schreien, du nennetcst drei Götter. Sprich vonder Dreihcit der Personen in Einem Gott, so sagstdu mit einen, Worte, was die Schrift sagt und unterdrückstdas leere Geschwätz. Und wenn auch Etliche so engherzig sind,daß sie diese Benennungen nicht ertragen können, so wird dochNiemand, wie er auch sich krümme, leugnen können, daß,wenn wir von Einem hören, die Einheit des Wesens verstan-den werden müsse, und wenn wir von drei in Einem Wesenreden, die Personen in dieser Dreieinigkeit bezeichnet werden.Wird dieses ohne Trug zugestanden, so kümmern uns die Wor-te nicht. Aber ich habe schon längst und oft erfahren, daßdie, welche hartnäckig um Worte streiten, ein geheimes Giftin sich nähren, so daß es gerathener ist, sie frei herauszu-fordern, als ihnen zu Gefallen versteckter zn reden.
6. Doch wir lassen den Streit über Worte, und schreitenzur Sache selbst. Person also nenne ich ein Bestehen in Got-tes Wesen, welches, in Verhältniß zu andern, durch unthcil-bare Eigenheit sich unterscheidet. Unter dem Worte Bestehen