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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
94
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schen Lehren begriffen, gezwungen ihre Gedanken mit gewähl-ter Deutlichkeit auszusprechen, um den Ungläubigen keineSchlupfwinkel zu gestatten, wo sie unter der Hülle der Wor-te ihre Irrlehren zu verstecken suchen. Arius bekannte Chri-stum als Gott und den'Sohn Gottes, weil er deutlichen Aus-sprüchcn nicht widerstehen konnte, und heuchelte, als ob ganzim Reinen, Gleichsinnigkcit mit den Andern. Uuterdeß hörteer nickt auf, zu lehren, Christus sey erschaffen und habe ei-nen Anfang gehabt, wie die andern Kreaturen. Um die bieg-same List dieser Menschen aus ihren Schlupfwinkeln hervor zu zie-hen, giengcn die Alten so weit, daß sie Christum als den ewigenSohn des Baters, gleiches Wesens mit dem Vater bekannten.Nun entbrannte der Unglaube und die Arianer ficngen an, dasWortgleiche 6 Wesens fchnoLmos) bitter zu hassen und zu ver-fluchen. Wenn sie ihn anfangs aufrichtig und von Herzen als Gottbekannt hätten, so würden sie die Gleichheit seines Wesens mitdem Vater nicht geleugnet haben. Wer wird wagen jenenfrommen Männern den Vorwurf der Streitsucht zu machen,weil sie für ein Wort so heftig gestritten und die Ruhe derKirche gestört? Eben dieses Wörtlein schied aber die rein-gläubigen Christen von den lästerlichen Arianern. Bald nach-her stand Sabellius auf, der die Namen des Vaters, Sohnesund h. Geistes beinah für nichts achtete, indem er behauptete,sie seyen nicht angenommen unterscheidungshalber, sondernnur, wie mehrere andere, verschiedene Attribute Gottes. Wennes zum Kampfe kam, bekannte er, daß er an Gott den Va-ter, Gott den Sohn, Gott den heiligen Geist glaube; aberbald darauf fand er den Ausweg, er habe nichts anders ge-sagt , als wenn er Gott mächtig, gerecht und heilig genannthätte. Und so sang er wieder ein anderes Lied ohne Ord-nung und Verstand, der Vater sey der Sohn, und der heili-ge Geist sey der Vater. Die frommen Lehrer aber, denen dieWahrheit am Herzen lag, forderten, um die Keckheit jenesMenschen zu brechen, die Anerkennung dreier Eigenheiten indem Einen Gott, und um sich durch einfache und offene Wahr-heit gegen die listigen Wendungen zu sichern, behaupt ten sie,