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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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sind. Ist ihr Aberglaube dadurch entschuldigt, daß er ihnnicht Latrie, Verehrung, nennt? Doch verdammt erdenselben, welcben er Dulic, Dienst, nennet eben so sehr,als ob er ihn Latrie nennte. Und wenn Christus den Anfastdes Satans zurückwies mit dem Schilde: es steht geschrieben,du sollst Gott deinen Herrn anbeten! ch so war nicht wörtlichdie Rede von Dienst gewesen. Denn Satanas verlangte nurdie Anbetung Desgleichen wenn Johannes

von dem Engel einen Vorwurf empfängt,") daß er vorihm aus die Knie gefallen, so dürfen wir nicht glauben,Johannes habe thörigter Weise eine Gott allein gebührendeEhre dem Engel erweisen wollen. Aber weil jede religiöseEhrenbezeugung nothwendig etwas Gott gebührendes in sichhat, so konnte er vor dem Engel nicht niederfallen ohne derEhre Gottes einiges zu entziehen. Dasselbe sehen wir bei demCornelius. Bei seinem frommen Sinne konnte es ihm nichteinfallen, Jemand anders als dem einen Gott die höchsteVerehrung zu erweisen. Wenn er also vor Petrus sich nie-derwirft, so thut er dieses sicherlich nicht, um ihn statt Got-tes anzubeten, doch verbietet ihm Petrus ernstlich, es nichtzu thun. Aus keinem andern Grunde, als weil die Menschennie so genau zwischen der Creatureu und Gottes Verehrungunterscheiden, daß sie nicht jenen erweisen, was allein diesemgebührt. Wollen wir also Einen Gott haben, so dürfen wirauch nicht das geringste seiner Herrlichkeit entziehen. Dahersagt Zacharias, wenn er von der Wiederherstellung der Kir-che weissaget, ausdrücklich, nicht blos, es würde EinGott seyn, sondern auch, sein Name würde einerseyni); so daß er mit den Götzen nichts gemein habe. Wel-che Verehrung aber Gott fordere, werden wir anderswo se-hen. Denn er hat den Menschen in seinem Gesetze kund ge-than, was recht sey, und sie an eine feste Regel gewiesen,damit nicht jedem frei stehe, sich eine beliebige Verehrung zuerdenken. Jedoch dieses übergehe ich und bemerke nur, daß

1) Math. 4, 10. 2) Offenb. 10, 10. u. 22, 8.- 9. 3) Zach. 14, 9.